Gedenken an die Zerstörung Kassels vor 75 Jahren

11.10.2018

Konzert „Erinnerung – Aufbruch – Hoffnung“ in der Elisabethkirche

Mit einem Konzert am 21. Oktober 2018 um 16 Uhr in der Elisabethkirche Kassel gedenkt das Kasseler Kultur Forum als Veranstalter zusammen mit der Kirchengemeinde Sankt Elisabeth und dem Verein „Freunde des Stadtmuseums Kassel“ an die Zerstörung Kassels vor 75 Jahren. Die Bombennacht vom 23.10. 43 ist Thema des 12. Konzertes der Reihe „Im Atem der Zeit“. Unter dem Motto „Erinnerung  – Aufbruch – Hoffnung“ erklingen Kompositionen von Regine Brunke und Orgelimprovisationen von Martin Forciniti. Dr. Eva Schulz-Jander und Ilana Katz lesen Texte jüdischer Zeitzeugen. Der Eintritt ist frei.

 

Zu hören sein wird unter anderem das Werk „Erinnerung, Aufbruch, Hoffnung“ von Regine Brunke, das drei Menschen gewidmet ist, deren Lebensläufe durch Holocaust, Emigration oder der Aufarbeitung des Schreckens und der Versöhnung geprägt worden sind.  Die freien Orgel­improvisationen von Martin Forciniti nehmen Bezug auf dieses Thema. Die mitwirkenden Musiker sind neben Regine Brunke (Violoncello) und Martin Forciniti, Judith Gerdes (Oboe) und Helmut Weckesser (Gesang & Percussion). Die Wortbeiträge von Dr. Eva Schulz-Jander, langjährige Geschäftsführerin der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Kassel und Ilana Katz, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Kassel, beleuchten die jüdische Perspektive auf die Zerstörung Kassels vor 75 Jahren. In der Bombennacht 1943 wurde auch die alte Elisabethkirche zerstört. Ein ausgestelltes Modell erinnert daran. Deshalb wurde auch die neue Elisabethkirche als Ort für das Konzert gewählt.

 

Veranstalter der langfristig angelegten Konzertreihe sind das Kasseler Kulturforum e.V. in Kooperation mit der Elisabethkirche. Das Kasseler Kulturforum gibt kulturellen Aktivitäten und Veranstaltungen Raum, die keine oder nur geringe öffentliche Förderung erfahren. Nach dem Konzert besteht wie immer die Möglichkeit zum Gespräch bei einem Glas Wein. Der Eintritt ist frei, am Ausgang wird um eine angemessene Spende für die Künstler gebeten. Seit 2015 fanden bereits elf Konzerte „Im Atem der Zeit“ im Herzen der Stadt Kassel statt. Die denkmalgeschützte Orgel der Kasseler Martinskirche, die in der Elisabethkirche  eine neue Heimat gefunden hat, steht dabei oft im Mittelpunkt. Die Ausrichtung der Programme ist breit gefächert: Musik unterschiedlicher Religionen und Regionen, sowie alte wie neue Musik, oft auch Uraufführungen. Infos auch unter www.facebook.de/elisabethkirche und www.st-elisabeth-kassel.de

 

 


 

Kurzvita Regine Brunke

Regine Brunke lebt als Komponistin und Cellistin in Kassel. Nach dem klassischen Violoncello-Studium bei Helmut Reuter, Wolfram Geiss, Jaap ter Linden und Karsten Dehning suchte sie neben ihrer umfangreichen Konzert-und Unterrichtstätigkeit immer wieder den beruflichen Kontakt zu den verschiedensten künstlerischen Genres. Ihre Kompositionen setzen sich auseinander mit dem „Entferntsein“, dem „Wandern durch Zeit und Ewigkeit“, dem „Existieren zwischen Raum und Wirklichkeit“. Ihre Werke erscheinen im Furore Verlag.

www.reginebrunke-creatafera.de

 

Kurzvita Dr. Eva Schulz-Jander

Dr. Eva Schulz-Jander wurde in Breslau geboren und immigrierte mit ihren Eltern in die USA. In Houston, Montpellier und Berkeley studierte sie Romanistik, Germanistik und Philosophie und promovierte 1965 über Paul Valéry. Seit 1967 lebt sie in Deutschland. Sie war langjährige Geschäftsführerin der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Kassel und Mitglied im Präsidium des Deutschen Koordinierungsrats (DKR) und ist Dozentin an der Volkshochschule Region Kassel.

Veröffentlichungen u.a.: „Von Kassel nach Haifa – die Geschichte des glücklichen Juden Hans Mosbacher“; „Schrift und Spur – ein Beitrag zum christlich-jüdischen Dialog“; „Erinnern und Erben in Deutschland: Versuch einer Öffnung“, „Franz Rosenzweig – Religionsphilosoph aus Kassel“.

 

Kurzvita Ilana Katz

Ilana Katz wurde in Riga (Lettland) geboren und studierte Biologie an der Lettischen Staatlichen Universität. Sie lebt mit ihrer Familie seit 2000 in Deutschland und ist hier als Unternehmerin tätig. Sie ist seit langen Jahren Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Kassel.

Im Juli 2015 eröffnete sie das Sara Nussbaum Zentrum für Jüdisches Leben in Kassel. Es bietet Raum für Wechselausstellungen, eine Dauerausstellung sowie ein Veranstaltungs- und Bildungsprogramm mit Vorträgen, Diskussionen, Konzerten, Workshops und der Möglichkeit zur Begegnung.

 

Kurzvita Martin Forciniti

Martin Forciniti studierte an den Musikhochschule Detmold und an der Robert-Schumann Hochschule Düsseldorf Orgel, Gesang und Kirchenmusik und schloss mit den Examina Reifeprüfung Orgel, IP-Prüfung Orgel, Konzertexamen Orgel und A-Kirchenmusik ab. Er war Kantor in Steinfurt/Westfalen, Bezirkskantor der Kirchenkreise Kassel-Land und Kaufungen, wirkte als Kantor in Niestetal und des Diakonissenmutterhauses Kassel. Seit Oktober 2015 ist er Organist der Kath. Kirche Sankt Familia.

Neben regelmäßigen Orgelkonzerten im In- und Ausland tritt er vor allem als gefragter Liedbegleiter in Erscheinung. Er ist Lehrbeauftragter für künstlerisches Orgelspiel an der Universität Kassel.

Seit 30 Jahren arbeitet Martin Forciniti zudem als Komponist geistlicher und weltlicher Musik und ist Herausgeber der Reihe Synagogalmusik des Merseburger Verlags Kassel.