Der Josephstaler hilft Menschen in Not

29.04.2018

Auch Armut und Not gehören zur Gemeinde St. Elisabeth dazu. Nicht nur in der Königsstraße und am Hauptbahnhof sind Menschen, die nach Geld fragen, Flaschen sammeln oder Zeitungen verkaufen zu sehen, auch außerhalb der Innenstadt klopfen immer wieder Menschen an die Türen der Pfarrhäuser.

Der Zulauf zur Lebensmittel- und Kleiderausgabe in St. Joseph sind ungebremst und Lebensmittel im Brotkorb der Kirche St. Bonifatius meist schnell abgeholt. Seit vielen Jahren geben unsere Pfarrer auch Lebensmittelgutscheine aus, damit Menschen sich das Notwendigste kaufen können.

 

Vor einigen Jahren hatte Pfarrer Stefan Krönung die Idee zu einem Experiment. Er wollte eine eigene Währung für die Armen entwickeln: den Josephspfennig. „Das Gedankenexperiment vom Josephspfennig geht zurück auf den britischen Moralphilosophen, Geistlichen und Ökonom Richard Price und illustriert in der Zinsrechnung das im englischen Sprachraum als miracle of compound interest bekannte Wachstum eines über einen langen Zeitraum angelegten Vermögens durch Zinseszinsen.“ , so Pfarrer Krönung. Durch Sammeln und Tauschen wollte er die Plastikarten, die es bald auch als Josephstaler, Laurentiustaler und Arkadiustaler gab, wollte er einen Wert jenseits des herkömmlichen Geldes schaffen und hoffte, dass der Mehrwert spürbar würde. Er gewann auch erste Annahmestellen, in denen man mit dem Josephstaler auf Gutscheinbasis bezahlen konnte.
In den vergangenen Monaten wurden mit den Akzeptanzstellen der bisherigen Josephstaler und den Geschäften, die bisher Lebensmittelgutscheine eingelöst haben, verhandelt. Das System der vielen verschiedenen Gutscheine sollte von einem Josephstaler im Design der neuen Pfarrei St. Elisabeth abgelöst werden. Alle Akzeptanzstellen haben mitgemacht. So kann man mit dem Josephstaler in Zukunft Lebensmittel (außer Tabak und Alkohol) und Hygieneartikel im Edeka Hessenring an der Weserspitze, im tegut im Citypoint am Königsplatz und im Asamai-Markt am Stern auf Gutscheinbasis einkaufen. Auch die Elisabethbuchhandlung akzeptiert den Josephstaler. Von Anfang an dabei ist auch das griechische Restaurant „Achilles“  in der Wolfhager Straße (siehe Foto), wo man für ein paar Josephstaler ein leckeres Mittagessen bekommt.
Darüber hinaus können die Josephstaler auch in der Sozialkirche St. Joseph eingesetzt werden. An den Tagen der Lebensmittelausgabe erhält man für einen Josephstaler eine Tüte Lebensmittel und bei der Kleiderausgabe kann man für den Josephstaler seinen Eigenanteil an der gebrauchten Kleidung auf Gutscheinbasis bezahlen.
Während die Lebensmittelgutscheine bisher nur von den Pfarrern ausgegeben wurden, kann jedes Gemeindemitglied im Zentralbüro Josephstaler „kaufen“, indem man den Gegenwert in die Sozialkasse der Pfarrei einzahlt. Hierfür kann auch eine Spendenquittung ausgestellt werden. Diese Josephstaler kann man dann entweder selbst an Bedürftige verteilen oder von den Mitarbeitern der Pfarrei an Bedürftige verteilen lassen. Man kann die Josephstaler auch in allen Kirchen der Pfarrei St. Elisabeth in die Kollekte werfen und so eine Spendenquittung für seine Kollekten erhalten.
Josephstaler gibt es zu den Bürozeiten im Pfarrbüro zum Preis von 2 Euro je Josephstaler. Auch über Spenden für die Herstellung der Taler ist die Pfarrei sehr dankbar.