Sternstunde des „Aufbruchs“ Grandiose Uraufführungen der Siegerstücke für Blechbläserquintett

12.09.2017

Eine sehr ungewöhnliche Kooperation fand nun ihren krönenden Abschluss: Die drei preisgekrönten Werke des Internationalen Kompositionswettbewerbs für Komponistinnen „Aufbruch“ des Furore Verlags und des Militärmusikdienstes der Bundeswehr erlebten in Kassel eine grandiose Uraufführung.

Das Blechbläserquintett des Heeresmusikkorps Kassel unter Leitung von Oberstabsfeldwebel Reinhard Meissner spielte die Siegerstücke vor einem begeisterten Publikum in der vollbesetzten Kasseler Elisabethkirche. Dr. Eva Schulz-Jander vom Kasseler Kulturforum als Veranstalter wünschte in ihrer Eingangsrede den Werken „viel Erfolg, mögen sie oft, oft zu Gehör gebracht werden“. Die Preisträgerinnen Tina Ternes (D): 1. Preis für „Aufbruch“, Caroline Charrière (CH): 2. Preis für „Awakening“ und Aude Clesse (F): 3. Preis für „Bric à brac“ waren zum Konzert angereist.Die Urkundenübergabe übernahmen die Veranstalter des Wettbewerbs, Renate Matthei (Furore Verlag) und Hauptmann Jürgen Albrecht (Zentrum Militärmusik der Bundeswehr). Die mit Preisen zwischen 500,00 und 2.000,00 € dotierten prämierten Werke werden im Kasseler Furore Verlag verlegt.

Die Werke für Blechbläserquintett überzeugten alle auf unterschiedliche Weise: Nach einem fanfarenartigen Beginn nahm Aude Clesse in „Bric à brac“ das Publikum mit auf eine abwechslungsreiche Reise voller musikalischer Erinnerungen. In jeder Ecke gab es etwas anderes zu entdecken – ein Werk voller überraschender Wendungen. Mit „Awakening“ schaffte es Caroline Charrière, mit Mut zu eigener Tonsprache einen wahrlichen „Aufbruch“ entstehen zu lassen. Tina Ternes dreisätziges Werk „Aufbruch…“ riss dann die Zuhörer endgültig mit. Anklänge an Filmmusik waren nicht zu überhören – wahrlich ein besonderes Kunstwerk. Ein in jeder Hinsicht verdienter 1. Platz!
Die Spenden des Publikums für das Benefizkonzert gingen an das 1. Mädchenhaus Kassel 1992e.V. und den Förderverein Archiv Frau und Musik e.V.


Historie des Wettbewerbs
Das breit gefächerte Repertoire der vielen Blechbläserensembles zeigt sich deutlich an ihren Programmen, welche von Klassik über Jazz bis hin zu Pop reichen. Doch was fehlt, sind Kompositionen von Frauen. Um dies zu verändern und Komponistinnen zu ermutigen, für Blechbläserquintett zu schreiben, entstand beim Furore Verlag die Idee zur Wettbewerbsausschreibung zusammen mit dem Militärmusikdienst der Bundeswehr. Gesucht
wurde ein 10-minütiges Werk für klassisches Blechbläserquintett (zwei Trompeten, Horn, Posaune und Tuba) von U- bis E-Musik mit mittlerem Schwierigkeitsgrad. Schirmherr des Wettbewerbs ist der Präsident des Deutschen Musikrates, Prof. Martin Maria Krüger.


Jury
Aus den zahlreichen Einsendungen von Komponistinnen im Alter von 15 bis 61 Jahren aus Deutschland, England, Frankreich, Schottland, der Schweiz und den USA ermittelte die fünfköpfige Jury bestehend aus Pauline Boeykens, Master of Music Tuba Performance Yale School of Music, Coach und Dozentin für Blechblasinstrumente, Berlin, Franz-Michael Deimling, Komponist und Mitglied des Vorstandes des Landesverbandes deutscher Musikschulen in Schleswig-Holstein, Prof. Dr. Vivienne Olive, Komponistin und Musikwissenschaftlerin, Astrid Stäber, Musikwissenschaftlerin und Lektorin Furore Verlag und Tobias Terhardt, Oberstleutnant und Leiter Heeresmusikkorps Kassel die Preisträgerinnen.


Die drei Preisträgerinnen:
1. Preis: Tina Ternes: „Aufbruch… I … mit Mut, II … mit Zweifel, III … mit Freude“ (10‘) (2017)
Tina Ternes (* 1969 in Kaiserslautern), ist als Musikerin, Komponistin und Musikpädagogin u. a. in
München, Ludwigshafen und Paris tätig. Ihre Kompositionen sind tonal bis erweitert tonal, beeinflusst von
außereuropäischen Elementen und der amerikanischen Minimal Music. Sie schrieb Orchesterwerke,
Chorwerke, Kammermusik, Musicals, Bühnenmusiken und eine Filmmusik. 2009 gewann Tina Ternes mit
ihrem Stück „Windspiel“ den 2. Preis beim Crossover Composition Award. www.tina-ternes.de
2. Preis: Caroline Charrière: „Awakening“ (10‘) (2017)
Caroline Charrière (*1960 in Fribourg (Schweiz)), studierte Flöte, Orchestration und Komposition in der
Schweiz und in Manchester. Ihr umfangreicher Werkkatalog enthält Instrumental- und Kammermusik
sowie Chor- und Orchesterwerke. Neben ihrer kompositorischen Tätigkeit unterrichtet sie Theorie und
Querflöte am Konservatorium Freiburg. www.carolinecharriere.com
3. Preis: Aude Clesse: „Bric à brac“ (10‘) (2017)
Aude Clesse (*1980 in Thionville (Frankreich)), studierte Komposition und Musikwissenschaft in Musique
d‘Esch-sur-Alzette und an der Universität Metz. Sie arbeitet neben ihrer kompositorischen Tätigkeit als
Lehrerin für Klavier und Musiktheorie an verschiedenen Musikschulen in Frankreich.

Zum Abschluss kamen alle Beteiligten nochmal auf die Bühne: Hintere Reihe: Das Blechbläserquintett des Herresmusikcorps Kassel mit Hauptfeldwebel Markus Klöppner (Trompete 2), Stabsfeldwebel Micha Klappert (Waldhorn), Hauptfeldwebel Fabian
Gersberg (Tuba), Hauptfeldwebel Dennis Pieper (Posaune) und Oberstabsfeldwebel Reinhard Meissner (Leitung und Trompete 1) vordere Reihe vlnr: Renate Matthei, Prof. Vivienne Olive, Astrid Stäber, Dr. Eva Schulz-Jander, Oberstleutnant Tobias Terhardt, Leiter Heeresmusikkorps Kassel, Hauptmann Jürgen Albrecht vom Zentrum Militärmusik der
Bundeswehr, Pauline Beuykens, Aude Clesse, Tina Ternes, Caroline Caroline Charrière und Franz-Michael Deimling
(Foto: Kellner)

Das Blechbläserquintett des Heeresmusikkorps Kassel vlnr:
Hauptfeldwebel Markus Klöppner (Trompete 2), Stabsfeldwebel Micha Klappert (Waldhorn), Hauptfeldwebel Fabian Gersberg (Tuba), Hauptfeldwebel Dennis Pieper (Posaune) und Oberstabsfeldwebel Reinhard Meissner (Leitung und Trompete) (Foto: Kemna)

Die Preisträgerinnen des Kompositionswettbewerbs Caroline Charrière
(CH): 2. Preis für „Awakening“, Tina Ternes (D): 1. Preis für „Aufbruch“,
und Aude Clesse (F): 3. Preis für „Bric à brac“. (Foto: Kemna)