Caritas-Flüchtlingshilfe-Initiative „Fahrradwerkstatt“ in Kassel erhält den Elisabeth-Preis 2020 des Caritasverbandes für die Diözese Fulda

23.11.2020

Jury einigte sich auf das Projekt der Caritas Nordhessen-Kassel – seit fünf Jahren ein wichtiger Treffpunkt – Integration erzielt durch Schaffung von Mobilität und Begegnung.

Kassel, Fulda (cif). Zum elften Mal vergibt der Caritasverband für die Diözese Fulda seinen Elisabeth-Preis für ein herausragendes Projekt, bei dem durch ehrenamtliches Engagement Menschen mit Hilfebedarf Unterstützung erfahren. Die zum Wettbewerb eingereichten Projekte sollten 2020 in Bezug zum aktuellen Caritas-Kampagnenthema „Sei gut Mensch!“ stehen, das allgemein für Engagement zum gesellschaftlichen Zusammenhalt wirbt und somit eine große Bandbreite an ganz verschiedenen Bewerbungen um den Sozialpreis der Caritas im Bistum Fulda möglich machte.

Nun hat die Jury entschieden. Der Elisabeth-Preis 2020 geht an die Fahrradwerkstatt des Caritasverbandes Nordhessen-Kassel. Das Projekt, das die fünfköpfige Jury letztendlich überzeugte, leistet schon seit fünf Jahren einen wesentlichen Beitrag für eine inklusive Stadtgemeinschaft in Kassel: Als schnelle und unkomplizierte Hilfe für Flüchtlinge im Jahr 2015 errichtet – damals unter Mithilfe des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) und des Fahrradhofs Kassel sowie gefördert durch Gelder aus dem Flüchtlingsfonds des Bistums Fulda – ist die Fahrradwerkstatt inzwischen ein wichtiger Treffpunkt für Alt-Kasselaner und Neu-Kasseler mit ausländischen Wurzeln. Ausrangierte und defekte Fahrräder werden hier hergerichtet und gegen einen kleinen Betrag von zehn bis 20 Euro an die Menschen mit Migrationshintergrund ausgegeben. Durch Erwerb und spätere Checks bzw. Reparaturen der Zweiräder sorgt die Werkstatt für gute Kundenbindung. Es kommt fast von allein zum gegenseitigen Kennenlernen, zum Austausch und sogar zu Freundschaften, denn die Werkstatträume sind ein beliebter Ort zum Verweilen, fürs Gespräch, in dem man viel voneinander, über Sprache und Kultur erfährt. Nötigenfalls gehören auch Fahrradunterricht und ortskundige Hinweise zum „Starter-Kit“ für Neu-Biker. Dazu kommen noch der Öko- und Recycling-Aspekt des Projektes sowie die Hilfe zur Selbsthilfe, denn verstärkt will man in der Fahrradwerkstatt auch Bereiche fürs Selbstreparieren einrichten.

Der Fuldaer Generalvikar Prälat Christof Steinert, welcher als Mitglied in der Elisabeth-Preis-Jury mitgewirkt hat, sowie Diözesan-Caritasdirektor Dr. Markus Juch als Vertreter des preisstiftenden Caritasverbandes für die Diözese Fulda gratulieren gemeinsam herzlich zur heutigen offiziellen Bekanntgabe des Preisträgers. Das Sieger-Projekt „Fahrradwerkstatt der Caritas Nordhessen-Kassel wird nach Entscheidung der Jury auch mit einem Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro ausgestattet. Die übliche und für heute ursprünglich vorgesehene öffentliche Preisübergabe im feierlichen Rahmen kann jetzt allerdings wegen der Corona-Pandemie und des verordneten Shutdowns nicht stattfinden. Sie soll aber in geeigneter Weise zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Hierzu wird die Caritas-Pressestelle selbstverständlich berichten.


Unsere Archivfotos entstanden in und an der Kasseler Fahrradwerkstatt. Weitere Infos zum Projekt finden Interessierte online unter www.caritas-kassel.de – einfach Menüpunkt „Hilfe und Beratung“ anklicken!


(3.037 Zeichen mit Leerzeichen – zwei Pressefotos (Archivbild Caritas KS) von der Fahrradwerkstatt beigefügt:

Motiv „In der Werkstatt“: Die Spendenfahrräder werden alle zunächst überprüft und hergerichtet, aber auch spätere Reparaturen sind natürlich machbar.“

Motiv „Fahrradmarkt“: Ist das das richtige? Auf dem „Fahrradmarkt“ können vorhandene Räder begutachtet werden. Die Kaufpreise sind äußerst moderat und eher von symbolischer Bedeutung – Ziel ist der Mobilitäts- und Integrationsgewinn für die Käufer).