Reihe „Kultur.Liebe.Hoffnung“ erfolgreich beendet

02.11.2020

Bischof Michael Gerber: Profil der Elisabethkirche als Kulturkirche geschärft - Chance für das ganze Bistum


Nach 23 Abenden zwischen Anfang August und Ende Oktober ging die Reihe Kultur.Liebe.Hoffnung in der Elisabethkirche Kassel vorerst zu Ende. Die katholische Innenstadtkirche hatte den Kirchenraum mittwochs und donnerstags Kasseler Künstlerinnen und Künstlern kostenlos zur Verfügung gestellt. Konzerte, Lesungen, Tanz, Performance und Theater waren möglich. Ziel war, Kulturschaffenden Einnahmen und Auftrittsmöglichkeiten zu ermöglichen und dass Bürgerinnen und Bürger wieder Kultur erleben können. Zwischen 25 und 80 Menschen nutzen pro Abend die Angebote. In besonderer Weise wurde auf die Abstands- und Hygienemaßnahmen in der Kirche geachtet, die eigentlich über 400 Menschen Platz bietet und damit einer der größten Veranstaltungsorte der Stadt ist.

Von Anfang an war klar, dass durch die kalte Jahreszeit die Reihe in der schwer heizbaren Kirche nur bis November möglich ist. „Je nach Entwicklung der Corona-Pandemie plant die Kirchengemeinde ab April wieder kulturelle Angebote“, so Projektleiter Marcus Leitschuh, der die Reihe mit Regionalkantor Thomas Pieper organisiert hat. Stolz sind die Kasseler Verantwortlichen, dass die Kasseler Idee Kreise zieht. So wird das Konzept unter gleichem Namen auch in Aachen in der Citykirche umgesetzt. Leitschuh: „Wir beraten gerne auch andere Kirchen, wie Kultur.Liebe.Hoffnung helfen kann. Die Elisabethkirche hat sich in den letzten Jahren als Kulturkirche einen Namen gemacht, deshalb wollen wir als Christinnen und Christen auch weiterhin ein solidarisches Zeichen setzen."

Bischof Dr. Michael Gerberber (Fulda) war Schirmherr und auch Besucher. „Die Veranstaltungsreihe Kultur.Liebe.Hoffnung war nicht nur für die Elisabethkirche eine große Chance, sondern für unser Bistum insgesamt“, so der Bischof des Bistums Fulda.  An einen exemplarischen Ort sei in hervorragender Weise deutlich gemacht worden, wie sehr Kirche davon profitiere, mit Künstlerinnen und Künstlern heute in unmittelbarem, gastfreundlichen Kontakt zu sein. Bischof Gerber: „Das ist ein ganz wichtiges Lernfeld! Ich freue mich sehr, dass über die verschiedenen Angebote das Profil der Elisabethkirche einmal mehr als Kulturkirche geschärft wurde. Das ist für die Kirche in Kassel ein wichtiger Ort und ein zukunftsweisender Prozess.“ Bischof Michael Gerber betont eine Kultur des Miteinanders als Motiv der Kirchenöffnung: „Unser Glaube hat die Kraft, eine Kultur zu prägen, die auf zwei Beinen steht: Freiheit und Vertrauen – und nichts soll Dich ängstigen“, so Bischof Gerber. Ein Satz, der auch in den kommenden Wochen weiterhin als Transparent an der Kirchenfassade hängen wird.

Regionalkantor Thomas Pieper hat die Veranstaltungen mit betreut. „Wir haben die Bandbreite künstlerischer Ausdrucksformen erlebt und ganz unterschiedlichen Kulturschaffenden die Elisabethkirche zur Verfügung gestellt. Vom selbst komponierten Jugendmusical bis zu Poetry Slam. Es waren musikalische Gebete von Richard Wagner zu hören und Tanz im Altarraum zu erleben.“ Besonders interessant war für ihn, dass es immer einen Dialog zwischen Kirchenraum, Künstlerinnen und Künstlern und ihren Darbietungen gab. Pieper: „Kirche ist eben mehr als ein Konzertort. Kirche hat einen Mehr-Wert, das macht ihn so spannend und auch hilfreich für die Menschen.“ 

  
Kulturdezernentin Susanne Völker würdigt „ungewöhnliches und starkes Zeichen der Solidarität mit Kassels Kultur“

Kassels Kulturdezerntin Susanne Völker dankte als Schirmherrin am letzten Abend allen Aktiven. „Mit der Reihe Kultur.Liebe.Hoffnung ist gemeinsam ein ungewöhnliches und starkes Zeichen der Solidarität mit Kassels Kultur gesetzt worden, das zur Nachahmung einlädt.“ Kulturschaffende hätten in den letzten drei Monaten in der Elisabethkirche wieder auftreten und dadurch sowohl wieder in Kontakt mit ihrem Publikum kommen als auch Einnahmen erzielen können. Beides sei in diesen besonderen Zeiten nur stark eingeschränkt möglich und deshalb so wichtig gewesen. Völker: „Ich danke in Namen der Stadt allen, die mit ihrem Einsatz, ihrer Kreativität und ihrer Unterstützung zum Gelingen von Kultur.Liebe.Hoffnung beigetragen haben.“

Pfarrer: Elisabethkirche sei weiter offen für die Menschen

Der verantwortliche Pfarrer sieht seine Kirche auch weiterhin als offenen Ort in der Innenstadt. „Ob für Gebet oder Kultur. In den letzten Wochen haben wir die Erfahrung gemacht, dass auch Kultur die wichtigen Fragen der Menschen und dieser Zeit aufgreift und Hilfe in schweren Zeiten kann sein“, so Peter Bulowski. Die Elisabethkirche sei weiter offen für die Menschen, weil Gottesdienst nicht nur Anbetung Gottes bedeute, sondern immer auch Gottes Dienst an den Menschen. Bulowski: „Das drückt sich auch durch die Öffnung einer Kirche für Kulturschaffende aus, wenn Kultur, Liebe und Hoffnung nicht nur leere Worte sind.“

Fabian Richardt hatte am vorletzten Abend die lokale Poetry-Slam-Szene in der Kirche versammelt. „Ich kann bestätigen, dass diese Kirche sich perfekt für kulturelle Veranstaltungen eignet und freue mich, wenn ich wieder eine Veranstaltung dort durchführen darf.“ Auch viele andere Künstlerinnen und Künstler wünschen sich eine Fortsetzung. Finanziell unterstützt wurde Kultur.Liebe.Hoffnung durch die Stadt Kassel, die Kasseler Sparkasse, das Land Hessen und die Kirchengemeinde St. Elisabeth.