Kultur.Liebe.Hoffnung: Poetry Slam in der Elisabethkirche

23.10.2020

„Richie Minus Eins“, Bühnenpoet und Poetry Slamer, bringt am Mittwoch, 28.10.20, in der Elisabethkirche Kassel um 19.30 Uhr zusammen, was schon längst zusammengehören sollte: kulturinteressierte Menschen und Bühnenpoet*innen aus Kassel und der Region. Aber nicht im Rahmen einer einfachen Lesung, sondern im wohl spannendsten Format, dass es im Bereich Kultur und Kleinkunst gibt: dem Poetry Slam. Der Abend ist Teil der Reihe „Kultur.Liebe.Hoffnung“.


Poetry Slam ist ein moderner Bühnenwettstreit, bei dem Poet*innen mit selbstgeschriebenen Texten innerhalb eines vorher festgelegten Zeitlimits gegeneinander antreten. Dabei sind Kostüme und Requisiten strengstens verboten, nur das Medium, von dem der Text abgelesen wird (Papier, Handy, Laptop, etc.) ist erlaubt. Es sollte außerdem nicht übermäßig viel gesungen werden und Zitate müssen gekennzeichnet sein.
Die wichtigste Regel gilt aber nicht den Poeten, sondern dem Publikum: Respect the poet! - Respektiert die Poet*innen! Es gehört schon einiges an Mut dazu, sich vor fremden Menschen auf eine Bühne zu stellen und das eigene kreative Schaffen mit diesen zu teilen. Noch dazu in einem Wettbewerb. Denn das ist es trotz aller Freundschaft immer noch.
Das Publikum entscheidet, meist durch Wertungstafeln oder Applaus, welche Vorträge es am Besten fand. Diese Poet*innen tragen dann im Finale einen weiteren Text vor und am Ende entscheidet das Publikum über den Sieger/die Siegerin des Abends. Doch letzten Endes werden alle Beteiligten, Teilnehmer*innen wie Zuschauer*innen, gewonnen haben. Denn wie immer gilt das alte Motto: "The points are not the point. The point is poetry."
Getreu dieses Mottos ist es die Intention, mit dieser Veranstaltung kulturinteressierte Menschen für Poetry Slam zu begeistern und ihnen die Vielfalt dieser Kleinkunstform näher zu bringen. Denn Poetry Slam ist mehr als "nur" Kabarett oder Comedy. Form, Gestaltung und Inhalt der Texte sind keine Grenzen gesetzt, es sei denn, es handelt sich um rassistische, antisemitische, homo-/transphobe oder andere menschenverachtenden Inhalte. Die Texte können lustig, melancholisch, ergreifend, sozialkritisch oder persönlich sein. Oder alles zusammen. Moderator Richie Minus Eins hat die sechs Teilnehmenden selbst ausgesucht, um sicherzustellen, dass eine möglichst große Bandbreite an Themen und Textformen vorgestellt werden kann. Richie Minus Eins, im bürgerlichen Leben Fabian Richardt, wurde 1982 in Mühlhausen (Thüringen) geboren. 1990 zog er mit seiner Mutter und seinem Bruder nach Melsungen, wo er bis heute lebt und arbeitet. Seit 1999 schreibt er Gedichte, Aphorismen und alles, was ihm sonst noch in den Sinn kommt. Unter dem Namen Richie Minus Eins steht er seit November 2015 auf Poetry Slam Bühnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, wo er auch regelmäßig gute Ergebnisse erzielt. Wenn alles läuft, wie es soll, wird er im Laufe dieses Jahres noch seinen 200. Auftritt haben. Im vergangenen Jahr nahm er am Hessenslam, der hessischen Meisterschaft in Friedberg und Bad Nauheim, teil. Auch in diesem Jahr hätte er einen Startplatz gehabt, aber der Hessenslam in Wiesbaden wurde coronabedingt abgesagt. Wenn er nicht selbst auf der Bühne steht, unterstützt er junge Poet*innen aus der Region, indem er ihnen Auftritte vermittelt, als Fahrer fungiert oder, wie jetzt, auch selbst als Organisator auf den Plan tritt.



In der Reihe „Kultur.Liebe.Hoffnung“ öffnet die Elisabethkirche Kassel zwischen August und Ende Oktober 2020 zweimal pro Woche ihre Türen für Künstlerinnen und Künstler. Angesichts der Corona-Krise will die katholische Kirche Kulturschaffenden Einnahmen und Auftrittsorte ermöglichen und den Zuschauerinnen und Zuschauern wieder kulturelle Angebote unter Wahrung der Hygienevorgaben im großen Kirchenraum bieten. Die Schirmherrschaft haben Kulturdezernentin Susanne Völker (Kassel) und Bischof Dr. Michael Gerber (Fulda). Unterstützt wird die Reihe vom Kulturamt der Stadt Kassel, dem Land Hessen und der Kasseler Sparkasse. 


Foto Fabian Richardt privat  
Foto Fabian Richardt privat