Interview zum fast 20-jährigen Jubiläum unserer Photovoltaikanlage

23.09.2020

Georg Klein ist pensionierter Lehrer für Physik und Mathematik. Ehrenamtlich kümmert sich der Pädagoge um die Photovoltaikanlage mit einer Spitzenleistung von zehn Kilowatt peak (kWp) auf dem Dach des Gemeindehauses neben der Kirche St. Bonifatius in Kassel. Die Anlage liefert seit 2001 Strom, 2010 wurde sie erweitert. Hier finden Sie das vollständige Interview.

„Die Sonne schickt keine Stromrechnung“

 

Georg Klein ist pensionierter Lehrer für Physik und Mathematik. Ehrenamtlich kümmert sich der Pädagoge um die Photovoltaikanlage mit einer Spitzenleistung von zehn Kilowatt peak (kWp) auf dem Dach des Gemeindehauses neben der Kirche St. Bonifatius in Kassel. Die Anlage liefert seit 2001 Strom, 2010 wurde sie erweitert.

 

Wie war das Jahr bisher bei der Erzeugung von Solarstrom?

 

Dieses Jahr war dahingehend besonders, dass seit Beginn der Corona-Pandemie die Sonneneinstrahlung pro Monat ziemlich hoch war. Im April hatten wir sogar 1400 Kilowattstunden (kWh) die beste Sonnenernte seit 2001, höher als in den Folgemonaten.

Ich vermute, die Anlage ist kein Zuschussbetrieb. Wie viel Geld haben Sie schon damit verdient?

Bisher hat die Gemeinde etwa 140   000 kWh ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Damit kann man 45 Haushalte ein Jahr lang mit Strom versorgen. Wir waren die erste Pfarrei der Diözese, die sich eine Photovoltaikanlage installiert hatte. Die Kosten von 50   000 Euro wurden mit 35000 Euro vom Land und der Deutsches Bundesstiftung Umwelt bezuschusst. Als Vergütung durch Stromverkauf haben wir bisher etwa 60   000 Euro eingenommen. Finanziell hat es sich also sehr gelohnt, aber der ökologische Aspekt ist uns noch wichtiger.

 

Also Gutes tun – für das Klima und zugleich für die Pfarrei. Wer profitiert?

 

Die Sonne scheint für die ganze Welt und sie wird nie eine Stromrechnung schicken. Also profitieren alle Menschen vom Einsatz der Solarzellen. Wir haben mit unserer Anlage bisher 100 Tonnen CO2 eingespart. Damit leistet die Gemeinde einen kleinen Beitrag zum Erreichen der Klimaziele.  Außerdem hat sich etwa durch Gottesdienste zum Thema „Bewahrung der Schöpfung“ oder durch spielerische Solarprojekte im Kindergarten, das Umweltbewusstsein verändert. Auf der Homepage der Pfarrei gibt es anhand von Schaubildern Informationen beispielsweise zum Ertrag der Anlage.

 

Was sagen Sie Kirchengemeinden die über Solarstrom nachdenken?

 

Es lohnt sich immer umweltfreundlichen Strom aus der Sonne zu gewinnen. Ein großer Vorteil ist, dass er regional oder im eigenen Haushalt genutzt wird und dadurch das Stromnetz entlastet wird. Da das Energieeinspeisegesetz aber laufend verändert wird, muss jede Gemeinde selber prüfen, ob die finanzielle Seite auch stimmt.


Interview:

Hans-Joachim Stoehr


Quelle:
Bonifatiusbote, Katholische Kirchenzeitung für das Bistum Fulda

Foto: Georg Klein
Foto: Georg Klein