Bischof Dr. Michael Gerber besuchte Elisabethkirche: Kulturkirche in Kassel ist Ort der Gastfreundschaft

10.09.2020

Der Bischof von Fulda, Dr. Michael Gerber, wendet sich Kunst und Kultur nach eigenen Worten „mit einer inneren Neugier und Aufmerksamkeit zu, die ich von Jesus gelernt habe.“ Bei einer Veranstaltung in der Elisabethkirche – der Kulturkirche im nordhessischen Kassel – sagte Bischof Gerber in Kassel: „Jesus war selbst die ersten 30 Jahre seines Lebens ein Hörender, Schauender und Wahrnehmender der Wirklichkeit um ihn herum.“


Wenn mit der Kulturkirche in der Corona-Krise auch eine Begegnung mit Fremdem und eine Horizonterweiterung einhergehe, sei das ein zusätzlicher Gewinn. Die katholische Kirche zeige in Kassel „Sensibilität für die besondere Notsituation von Kulturschaffenden - nicht nur materiell, sondern vor allem auch im Blick auf ihr Nicht-mehr-Wahrgenommen-werden.“ So sei  die Elisabethkirche in der Corona-Krise zu einem besonderen Ort der Gastfreundschaft geworden - unter dem Titel „Kultur.Liebe.Hoffnung.“

 

Gerber: „Haus Gottes unter den Menschen: Bühne für die Kunst der Gegenwart“

Diese Veranstaltungsreihe in Kassels Kulturkirche gebe Gelegenheiten für den Dialog von Kultur und Kirche: „Das will erlebt und gelebt werden. Nur so kann unser Glaube auch künftig seine Kraft entfalten und eine Kultur prägen, die auf zwei Beinen steht: Freiheit und Vertrauen“, sagte der Bischof. Hinzu komme die starke Botschaft: „Nichts soll Dich ängstigen.“ In Krisenzeiten zeigt sich nach Überzeugung des Bischofs von Fulda, „wie tief die entscheidenden Werte, auf denen menschliches Miteinander basiert, in der Seele eines Menschen tatsächlich verankert sind.“ Dies sei ein Kulturauftrag, der sich sowohl an die Kirche als auch an die Kunst richte. Beim Verankern solcher Werte könne die Kunst eine Schlüsselfunktion übernehmen, erklärte Gerber. Die Elisabethkirche öffne ihre Türen für die Kultur an jenen beiden Abenden der Woche, an denen dort kein Gottesdienst gefeiert werde – „in einer Situation, in der umgekehrt wegen der Pandemie viele Tore geschlossen bleiben müssen oder wir sonst nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten der Begegnung haben.“ Wenn der Kirchenraum, der „Symbol für die Gegenwart Gottes in dieser Stadt mit ihren höchst unterschiedlichen Kulturen der Gegenwart“ sei, eine erweiterte Nutzung erfahre, könne  – darin „auch ein Hinweis auf einen tieferen Vorgang“ liegen, formulierte der Bischof von Fulda: Es sei ein Wert für sich, dass Künstlerinnen und Künstler „für einige Wochen in diesem Haus Gottes unter den Menschen für ihre Kunst eine Bühne haben“. Damit eröffne sich für die Kirche eine besondere Möglichkeit, „mit Positionen und Beiträgen der Gegenwartskultur in Kontakt zu treten.“ 



Fotos: Bistum Fulda   
Fotos: Bistum Fulda