Aktuelle Situation der Kirche vor Ort

21.03.2020

Wer braucht Hilfe? Wir sind erreichbar. „Durch die Corona-Pandemie sind wir herausgefordert, unseren Dienst an den Menschen neu zu organisieren“, sagt Dechant Martin Gies zur aktuellen Situation der katholischen Kirche vor Ort. Wie das geht, bringen die Pastoralreferenten Stefan Ahr und Beatrix Ahr auf zwei Punkte: „Wer braucht Hilfe? Wir sind erreichbar.“ Pfarrer Martin Gies und die beiden Ahrs leiten als Team das katholische Dekanat Kassel-Hofgeismar, zu dem derzeit 22 Pfarreien gehören: von Volkmarsen/Wolfhagen im Westen bis Veckerhagen im Osten, von Naumburg/Baunatal im Süden bis Bad Karlshafen im Norden.

Zum Foto (v.l.n.r.): Beatrix Ahr, Pastoralreferentin und Mentorin, Martin Gies, Dechant des Dekanats Kassel-Hofgeismar, Stefan Ahr, Pastoralreferent (Foto: privat)
Zum Foto (v.l.n.r.): Beatrix Ahr, Pastoralreferentin und Mentorin, Martin Gies, Dechant des Dekanats Kassel-Hofgeismar, Stefan Ahr, Pastoralreferent (Foto: privat)



Die Menschen und Organisationen zeigen ihre starke Seite


Bei Dechant Gies löst die Welle an Hilfsbereitschaft große Zuversicht aus: „Hier zeigen die Nachbarschaften, die Gemeinden, Familien und Freundschaften gerade ihre ganz starke Seite.“ Dazu vernetzen sich die Kirchengemeinden gerade mit den Angeboten anderer Träger und Institutionen. Das alles macht Mut in einer Pandemie-Zeit, deren Ende nicht abzusehen ist und deren Gegenmaßnahmen den Menschen sehr viel abverlangen. Dazu gehört für Beatrix Ahr auch, eine Solidarität einzuüben, die nicht nur sich selbst in den Blick nimmt, sondern auch diejenigen, die von den offiziellen Hilfsangeboten, den Unterstützungsnetzwerken und den Hilfeleistungen von Stadt und Land nicht erreicht werden. Für Beatrix Ahr gehört dazu auch die Stimme für die Flüchtlinge zu erheben, die in diesen Wochen an der griechisch-türkischen Grenze so viel Leid erfahren müssen.

 

Angebote in kirchlichen Gemeinden und Caritas


Neben der telefonischen Erreichbarkeit (siehe Kasten) weist Pastoralreferent Stefan Ahr auf die Angebote in den kirchlichen Gemeinden hin, in denen die Menschen wohnen. „Es macht immer Sinn, sich mit den eigenen Fragen und Nöten an die örtliche Gemeinde zu wenden. Auch die Beratungsstellen und Dienste der Caritas arbeiten nach den Grundsätzen des Pandemiehandbuchs weiter.“ Dringende Termine/Beratungen nimmt die Caritas für Nordhessen und Kassel wahr und die Pflegedienste seien im Einsatz; allerdings würde da wo möglich Patienten/innen in die Pflege von Angehörigen übergeben.

 

Offene leere Kirchen


Die Gottesdienste in den Kirchen sind verboten, auch das Beten in der Gruppe ist dort untersagt. Dennoch gibt es einige Kirchen, die ihre Türe geöffnet haben. Die leeren offenen Kirchen geben einzelnen Beterinnen und Betern einen Ort für ihr Gebet. „Die leeren Kirchen können so auch ein Zeichen des Miteinander-Verbunden-Seins bedeuten.“ sagt Dechant Martin Gies: „Mitmenschlichkeit zeigt sich in Zeiten der Pandemie dadurch, dass wir Distanz zueinander einhalten. Das ist gerade für die Kirche ein neuer Schritt: Denn das Miteinander zum Beispiel im Gottesdienst gehört ja wesentlich zum kirchlichen Leben.“

 

Viele neue Ideen


„Bei uns in den Kirchen läuft die Ideenmaschine auf Hochtouren“, freut sich Pastoralreferentin Beatrix Ahr. „Wir suchen nach neuen Möglichkeiten, gut in Kontakt zu kommen und zu bleiben. Was ist sinnvoll und bereitet auch Freude, wenn Besuche und Treffen in den Gemeinden wie auch in Stadt und Land kaum möglich sind?“ Ausprobiert werden gerade mehr schreiben, mehr anrufen, aufmerksamer nach Menschen Ausschau halten, die vielleicht Hilfe benötigen. „Wer in Angst und Sorge ist, braucht einen zuversichtlichen Gesprächspartner. Wer eine Idee hat, sucht nach Mitstreiterinnen und Mitstreitern. Hier finden sich in den Gemeinden immer Menschen, die mitmachen.“ betont Dechant Martin Gies.

 

Telefonnummer


Dechant Martin Gies: Tel. 0561 / 811455

Pastoralreferent Stefan Ahr: Tel. 0561 / 7004-135

Pastoralreferentin und Mentorin Beatrix Ahr: Tel. 0561 / 8705 7775

Dekanat Kassel-Hofgeismar im Regionalhaus Adolph Kolping: 0561 / 7004-156, -151

 

Alle Informationen im Netz


Alle notwendigen Informationen sind auf www.katholische-kirche-kassel.de online und werden auch ständig aktualisiert. Dort finden sich auch die Telefonnummern der einzelnen Pfarrbüros.

 

Regeln des füreinander Daseins

Die katholische Kirche praktiziert auch vor Ort die Regeln, die Staat, Bundesland, Stadt und Landkreis jeweils vorgeben. Das hat für das Leben der Kirche im Dekanat Kassel-Hofgeismar folgende Auswirkungen:

 

Gottesdienste


Eucharistiefeiern und alle anderen liturgischen Feiern sind bis auf Weiteres untersagt. Dementsprechend sind die Gläubigen von der Sonntagspflicht befreit. Wer in die Kirche zum Beten kommt, darf nur alleine für sich beten und kein gemeinsames Gebet initiieren.

 

Veranstaltungen


Sämtliche Veranstaltungen und Angebote unterbleiben für den Zeitraum, in dem die entsprechenden staatlichen bzw. behördlichen Reglementierungen gelten.

 

Trauungen und Taufen


Trauungen und Taufen werden aufgeschoben, da eine öffentliche Feier derzeit nicht möglich ist. Aus schwerwiegenden Gründen kann dem Wunsch nach einer Trauung oder Taufe entsprochen werden. Die Feier ist dann jedoch nur im kleinsten Kreis möglich.

 

Beerdigungen


Beerdigungen können nur im engsten Familienkreis am Grab stattfinden. Weder Wortgottesdienste in Friedhofskapellen noch das Requiem in Kirchen oder Kapellen sind möglich. Trotz dieser Begleitumstände wird auf ein würdiges Begräbnis geachtet. Die Feier eines Requiems ist auf einen Zeitpunkt nach Ende der derzeitigen Krise zu verschieben.

 

Erstkommunion


Erstkommunionen im ersten Halbjahr 2020 entfallen. Das haben für das Dekanat Kassel-Hofgeismar schon Heilig Geist (Vellmar) und St. Antonius von Padua (Kassel, Lohfelden, Kaufungen) mitgeteilt. Weitere werden folgen.

 

Firmungen


Firmungen finden in diesem Kalenderjahr im Dekanat Kassel nicht statt. Für sie würde sonst dasselbe gelten.

 

Beichte


Das Sakrament der Beichte kann weiterhin gespendet werden, allerdings nur außerhalb des Beichtstuhls und unter sorgfältiger Beachtung der Hygiene-Vorschriften.

 

Spendung der Krankenkommunion


Die Spendung der regulären Krankenkommunion ist nicht möglich. Jedoch können Gläubige unabhängig von Alter oder Erkrankung die heilige Kommunion und die Krankensalbung empfangen, wenn sie von sich aus darum bitten. Sie dürfen aber nicht am Coronavirus erkrankt sein und nicht unter Quarantäne stehen. Unter Einhaltung der hygienischen Vorsichtsmaßnahmen können sie an ihrem Wohnort besucht werden.

 

Hausbesuche und seelsorgliche Einzelgespräche


Alle turnusmäßigen Besuche werden abgesagt. Nur im Krisenfall dürfen sie stattfinden. Möglicherweise lassen sich andere Formen als die der persönlichen Begegnung finden: Skype/Mailkontakt/Chat/Telefongespräch.

 

Senioreneinrichtungen, Krankenhäuser


Seelsorgliche Besuche fallen nach den hessischen Verordnungen nicht unter die Besuchsregelungen, aber sie sind „auf das absolut erforderliche Mindestmaß zu beschränken“.

 

Gemeinderäume/-häuser


Vermietungen von Gemeinderäumen/-häusern sind derzeit nicht erlaubt und geplante Vermietungen werden abgesagt.

 

TelefonSeelsorge Nordhessen


Die Telefonseelsorge bleibt selbstverständlich weiterhin unter den bekannten Rufnummer 0800 - 111 0 111 und 0800 - 111 0 222 rund um die Uhr erreichbar. Die TelefonSeelsorge ist in ihrem Menschenbild und ihrer Arbeitsweise den christlichen Kirchen verbunden, sie ist aber für jeden unabhängig von Geschlecht, Alter, Weltanschauung oder Konfession da.