Luciachor sang in überfüllter Elisabethkirche

09.12.2019

Die schwedische Lichterkönigin Lucia und ihre Sternenmädchen aus Kassels Partnerstadt Västerås war am 2. Advent Gast in der Elisabethkirche. Es gab keinen einzigen Platz mehr. Das Hauptkonzert des Mädchenchors „Westra Aros Vox“ der Kulturskola Västerås fand nach 2018 wieder in der Kirche am Friedrichspatz statt. Die jungen Frauen des Chors präsentierten eine traditionelle Luciafeier und schwedische Weihnachtslieder. Die Leitung des Chors hat Ellinor Carlson.

Am 13. Dezember feiert man in Schweden das Fest der Lichterkönigin Lucia. Seit Mitte des 18. Jahrhunderts tritt sie mit einem Lichterkranz brennender Kerzen im Haar in Erscheinung. Gefolgt von einer Schar Jungfrauen und anderen verkleideten Begleitern symbolisiert sie den Sieg des Lichtes über die Dunkelheit. Dabei werden alte stimmungsvolle Lieder gesungen. Jedes schwedische Mädchen träumt davon, am 13. Dezember einmal zur Lucia von ganz Schweden gewählt zu werden. Die Figur der Lichterkönigin geht auf die Heilige Lucia von Syrakus zurück, die als junge Frau im Jahre 304 wegen ihres christlichen Glaubens hingerichtet worden war. Sie hatte sich geweigert, ihren heidnischen Verlobten zu heiraten, und wurde deshalb mit gerade einmal Anfang 20 zur Märtyrerin. Lucias Todestag, der 13. Dezember, fiel nach dem damaligen julianischen Kalender auf den Zeitpunkt der Wintersonnenwende, die längste und dunkelste Nacht, bei der so hoch im Norden die Sonne schon einmal bis zu 18 Stunden lang nicht scheint. Im Bewusstsein vieler Schweden beginnt die Weihnachtszeit mit dem „Luciadagen“ erst so richtig, einer der wichtigsten Festtage, der stimmungsvoll und fröhlich gefeiert wird. International bekannt wurde das schwedische Fest durch den Wettbewerb der Tageszeitung Stockholms-Tidningen, die 1927 einen Lucia-Wettbewerb ausschrieb. 


(Fotos: Kerstin und Marcus Leitschuh)