Akwaba-Gospelchor begeisterte: Österliches Gotteslob für alle Sinne in der Elisabethkirche

29.04.2019

Nach Leipzig und Jena bildete die Elisabethkirche in Kassel den Abschluss der kleinen Tournee des Akwaba Gospelchores. Die Besucherinnen und Besucher erwartete ein stimmungsvoller Abend mit authentischer Musik in einer wunderbar ausgeleuchteten Kirche. Österliches Gotteslob für alle Sinne.

Die Chormitglieder kommen aus Ghana, Kenia, Côte d’Ivoire und Burkina Faso, leben in Berlin und gehören zur katholischen Kirchengemeinde St. Paulus. Der „Akwaba Gospelchor“ ist ein Kulturprojekt, das den schwarzafrikanischen Gospel pflegt und weiterentwickelt. „Seit 2009 ist es unser Ziel, durch unsere Stimmen und die Klänge unserer Trommeln Wärme und Freude in die Herzen zu transportieren und dabei unseren Beitrag zur Völkerverständigung zu leisten“, so Leiterin Sopy Eva N. Philipp.


Im ersten Konzertteil überwogen selbstkomponierte Lieder in unterschiedlichen Sprachen. Stimmungsvoll begann das Konzert mit einem Solo von Miriam Makeba. Zu „Malaika“ (Engel) betrat der Chor langsam die beleuchtete Kirche. Immer wieder wurde bei zunehmender Dämmerung die Kirche durch Muster, Farben und dezente Effekte passend zu den Liedern in Szene gesetzt. Das imposante Kreuz, der Tabernakel, Kerzen und Architektur leuchteten und ergänzten die Musik optisch. Dem Chor ist wichtig, dass „Gospel“ gesungenes Gebet, Gotteslob und vertonte Bibel sind und so fühlte man sie nie in einem Konzertsaal, vielmehr immer in einem wunderbar genutzten Gotteshaus. 


Ob „Tuendeno Babonsono“ (Kommt den Herrn preisen“, „Nani Kama Wewe“ (Keiner ist wie du) oder „Victory Ahead“ (Der Sieg im Voraus) – dem Chor aus Berlin gelang es immer wieder durch chorische und solistische Lieder zu überzeugen und Vielfalt zu zeigen. Unterstützt wurden sie dabei durch afrikanische Perkussionsinstrumente. Eindrucksvoll das ruhig vorgetragene „Amazing Grace“ (Erstaunliche Gnade). Mit „Freedom is coming /Sia Hamba“ (Der Frieden kommt/Wir laufen ins Gotteshaus) ging es in die Pause. 


Im zweiten Konzertteil standen bekannte Gospels auf dem Programm. Chorleiterin Sopy Eva N. Philipp lud dazu ein, dass jetzt gemeinsam gesungen wird. Diesem Wunsch kamen die zahlreichen Konzertbesucher gerne nach und schon nach wenigen Takten hielt es sie nicht mehr auf den Sitzen. Gemeinsam wurde gesungen, rhythmisch geklatscht und getanzt. Der geschickten Dramaturgie des Chores war es zu verdanken, dass es dabei keine Hitparade bekannter Lieder wurde. Wunderbar verbanden sich afrikanische Weisen mit bekannten Songs, wie etwas bei „Kele Ninive/Down by the riverside“ (Die Prophezeiung über die Stadt Ninive / Auf der anderen Seite des Flusses). „Kumbaya my Lord“ durfte ebenso nicht fehlen wie „Amen“. Das „Avuleki Amassango“ (Die Pforten des Himmels sind geöffnet) hatte schließlich weniger mit dem anhaltenden Regen außerhalb der Kirche, als dem österlichen Blick auf das nahe Pfingstfest zu tun. 


Marcus Leitschuh hatte als Verantwortlicher für die Kulturarbeit der Elisabethkirche am Anfang begrüßt und darauf hingewiesen, dass ein Gospelkonzert wunderbar in die Woche nach Ostern passt. Am Ende des Konzertes betonte er dann einen weiteren österlichen Bezug. Vor der Kirche warteten schon Christen aus Eritrea. Auch sie nutzen die Elisabethkirche und feierten in dieser Nacht bis in die Morgenstunden ihr Osterfest. 


Fotos: Kerstin Leitschuh