Katholische Kirche und sexueller MIssbrauch: Vortrag und Gespräch

05.03.2019

Neun prominente Katholikinnen und Katholiken haben kürzlich Kardinal Marx mit einem offenen Brief aufgefordert, sich „an die Spitze der Reformbewegung“ innerhalb der katholischen Kirche zu stellen. Marx solle sich für die Abschaffung des Pflichtzölibats und die Zulassung von Frauen zu den Weiheämtern aussprechen. Zu den Unterzeichnenden gehört auch Dr. Johannes Graf zu Eltz, Stadtdekan von Frankfurt und Domkapitular des Bistums Limburg. Er spricht am 7. März im Alfred Delp-Haus über die aktuelle Kirchenkrise und die Forderung nach radikalen Reformen. Nach dem Vortrag und einem vertiefenden Kurzgespräch ist das Publikum herzlich eingeladen mitzudiskutieren. Der Themenabend „Katholische Kirche und sexueller Missbrauch - Der Verlust der Glaubwürdigkeit und die Forderung nach radikalen Reformen" findet statt am Donnerstag, 7. März 2019, ab 19.30 Uhr im Alfred Delp-Haus (Kölnische Str. 55, 34117 Kassel). Der Eintritt ist frei.

Die Katholische Kirche befindet sich in einer existenziellen Krise. Manche sprechen sogar von einer Jahrtausendkrise. Die sexuelle Gewalt von Priestern an Kindern und Schutzbefohlenen, das jahrzehntelange Vertuschen durch Bischöfe und Verantwortliche haben zu einem massiven Vertrauensverlust geführt, der an den Grundfesten der Institution Katholische Kirche rüttelt.

 

Der Verlust von Glaubwürdigkeit und die Forderung nach radikalen Reformen

Steckt der Missbrauch von Macht „in der DNA der Kirche”, wie es der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer formuliert? Für Dr. Johannes zu Eltz gibt es „ein Kleriker-Problem, ein Amtskirchen-Problem, nicht eigentlich ein Glaubensproblem und auch keines der Gläubigen.", wie er im Interview mit der FAZ sagte. Welche Reformen, welche Konsequenzen auch struktureller Art sind also notwendig, um die machtorientierte Kleriker-Kirche zu überwinden? Das ist eine der zentralen Fragen, deren Beantwortung und Diskussion der Themenabend am 7. März Raum gibt.

 

Es braucht mehr als schöne Worte

Zu Eltz, der aufgrund seiner offenen kritischen Haltung in der Auseinandersetzung mit dem ehemaligen Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst einer größeren Öffentlichkeit bekannt geworden ist, rechnet mit „riskanten Veränderungen, die der Hierarchie tief ins Fleisch schneiden werden". Für ihn ist das nicht der Ausverkauf des Glaubens, sondern die Voraussetzung dafür, ihn wirksam zu verkündigen.

 

Zur Veranstaltung

Nach dem Vortrag und einem vertiefenden Kurzgespräch ist das Publikum herzlich eingeladen mitzudiskutieren. Der Themenabend „Katholische Kirche und sexueller Missbrauch - Der Verlust der Glaubwürdigkeit und die Forderung nach radikalen Reformen" findet statt am Donnerstag, 7. März 2019, ab 19.30 Uhr im Alfred Delp-Haus (Kölnische Str. 55, 34117 Kassel). Der Eintritt ist frei.

 

Zur Person

Dr. Johannes zu Eltz wurde 1957 in Eltville geboren und wuchs im Rheingau auf. Nach Abschluss seines Jurastudiums studierte er Philosophie und Theologie in Frankfurt und Rom. 1991 wurde er im Limburger Dom zum Priester geweiht. Von 1995 an war er Pfarrer im Westerwald, von 1999 bis 2010 Leiter des kirchlichen Gerichts in Limburg und von 2006 bis 2010 Stadtdekan von Wiesbaden. Seit August 2010 ist er Stadtdekan von Frankfurt, bischöflicher Kommissar und Pfarrer in der Dompfarrei St. Bartholomäus sowie Vorsitzender des Caritasrates.

 

Bild: Dr. Johannes zu Eltz. Foto: Rolf Oeser
Bild: Dr. Johannes zu Eltz. Foto: Rolf Oeser