Kleine Pinnwand, große Wirkung - die Gebetstafel in der Pfarrkirche

16.11.2017

In der Kirche St. Bonifatius hängt seit einigen Wochen eine Gebetstafel, von Kindern gestaltet. Dort werden jede Woche eine ganze Menge Bitten, Dankgebete und Bekenntnisse in vielen Sprachen abgepinnt. Am vergangenen Sonntag flossen alle diese Gebete in die Fürbitten im Gottesdienst ein.

Die Fürbitten sind ein Bestandteil, der zu jeder Heiligen Messe wesentlich gehört. In bestimmten Anliegen treten alle Gläubigen gemeinsam vor Gott ein. Doch selten ist es die jeweilige Versammlung selbst, die ihre persönlichen Anliegen einbringt. Zumeist bereitet sie ein Priester oder eine andere Person vor. Nicht selten werden Fürbittenvorschläge aus Büchern, Arbeitshilfen oder aus dem Internet übernommen. Das ist gut und recht, und doch war es am vergangenen Sonntag etwas ganz Besonderes, als Pfarrer Bulowski Gebete und Bitten vortrug, in denen sich viele Gottesdienstteilnehmende wiederfanden - denn sie waren die Urheber. 


Auf kleinen Zetteln kann man nämlich seit einigen Wochen auf einer bunten Tafel seine eigenen Gebete aufhängen. Und das wird in der Kirche St. Bonifatius eifrig gemacht. Erdacht und umgesetzt wurde diese Idee von der Kindergruppe "Das Elli-Team" und ihren Betreuerinnen und Betreuern. 


Als die Tafel voll war, sammelte der Pfarrer kurzerhand die Gebete ein, um sie in die Liturgie der Gemeinde einzubringen. "Bitte mach, dass mein Papa nicht mehr raucht" - "Für meinen Lieblingsmenschen" - "Gott, ich hab dich lieb" - "Danke für meine bestandene Prüfung" und viele weitere authentische Bitten und Dankesworte, Bekenntnisse und Glaubensfragen der Leute wurden so zum allgemeinen Gebet. Das kam an - bei denen, die sich selbst im Gottesdienst persönlich wiederfanden. Und ganz sicher auch im Himmel. 


"Ich lade Sie ein, schon heute weiterhin Gebete an die Tafel zu hängen. Wir werden damit regelmäßig sonntags beten", sagte Pfarrer Bulowski zum Schluss. Und schon am Sonntagnachmittag hingen wieder einige Gebete in der Kirche. Bald werden sie sonntags zu hören sein. Gott hat sie bis dahin aber bestimmt schon gelesen.