Stichwort St. Nikolaus

29.11.2018

Fulda (bpf). Am 6. Dezember feiern die christlichen Kirchen das Fest des heiligen Nikolaus. Er ist einer der am meisten verehrten Heiligen der Christenheit. In der katholischen Kirche wird er häufig als „Nothelfer“ angerufen. Die orthodoxen Christen bezeichnen ihn als „Wundertäter“. Von der historischen Person gilt nur als sicher, dass er Bischof von Myra war, das heute an der türkischen Mittelmeerküste liegt. Wahrscheinlich lebte er im vierten Jahrhundert.

Leben

Er wuchs in einer sehr vermögenden, aber auch sehr frommen und wohltätigen Familie auf. Als die Eltern während einer Pestepidemie gestorben waren, verteilte er sein Erbe unter die Bedürftigen und wurde Priester. Zu seiner eigenen Überraschung wurde der freigebige Mann vom Volk zum Bischof ausgerufen. Während der letzten großen Christenverfolgung unter Kaiser Galerius (um 310) wurde Nikolaus eingekerkert und misshandelt, aber nicht getötet. Schwer gezeichnet von den erlittenen Folterungen trat der Bischof beim berühmten Konzil von Nicäa (325) auf. Gestorben ist Nikolaus um das Jahr 350. 

Patronat

Er ist der Patron von Russland und für zahlreiche Berufe, besonders aber der Schutzpatron der Kinder. 

Brauchtum und Gedenktag

Um die Gestalt des stets hilfsbereiten Seelsorgers entwickelte sich schon sehr früh ein reges Brauchtum. Bereits im 10. Jahrhundert entstand in Mitteleuropa ein Brauch, der bis heute erhalten geblieben ist: Nikolaus besucht am Vorabend seines Gedenktages die Kinder und beschenkt sie. Das Bescherungsfest für Kinder hat seinen Ursprung vielleicht darin, dass der gütige Bischof, der als Wohltäter immer unbekannt bleiben wollte, nachts jeweils einen Beutel mit Goldstücken durch das Fenster in die Schlafkammer dreier Töchter eines verarmten Edelmannes warf, der nicht mehr wusste, womit er seine Familie ernähren sollte. Nun hatten die Mädchen eine Aussteuer und konnten heiraten. Darum wurden die Kinder auch ursprünglich heimlich beschenkt. Die Liebesgaben werden abends gerne in Schuhen, Stiefeln oder Strümpfen versteckt. 

Bild: pixabay.com
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