Sakramente

Beichte / Versöhnung

Nicht immer läuft alles glatt im Leben. Manchmal ist es ein großer Fehler, der einen belastet. Manchmal sind es einfach die vielen Kleinigkeiten und Unzulänglichkeiten des Alltags, die einem das Leben schwer machen. Die Kirche kennt dafür das Sakrament der Versöhnung, das meist als Beichte bekannt ist. In einem Gespräch mit einem Priester kann man seine Sünden Gott sagen und sich vergeben lassen.

Wann kann ich beichten gehen?

Es gibt zwei Möglichkeiten zur Beichte. Zum einen gibt es in den Beichtstühlen unserer Kirchen regelmäßig Zeiten, in denen ein Priester einfach da ist. Man kann unangemeldet einfach vorbeikommen und anonym im Beichtstuhl beichten. Diese Zeiten sind in der Regel:

Samstags
17:15 Uhr bis 17:45 Uhr

Sonntags

10:30 Uhr

 

Darüber hinaus können Sie mit den Priestern telefonisch oder per Mail einen Termin vereinbaren. Dann findet die Beichte in der Regel als Beichtgespräch statt. Das heißt, dass man in einem Sprechzimmer an einem Tisch gegenüber sitzt und sich beim Gespräch ansieht. Welche Form Ihnen lieber ist, entscheiden Sie.

 

Darf der Priester etwas, das ich gebeichtet habe, weitersagen z.B. der Polizei?

Alles, was Sie in der Beichte sagen, unterliegt dem Beichtgeheimnis. Dies ist durch das Kirchenrecht absolut geschützt. Der Priester darf es unter keinen Umständen weitersagen. Selbst das staatliche Recht schützt den Priester. Er darf auch vor Gericht die Aussage verweigern, wenn es sich um ein Beichtgeheimnis handelt.

 

Denkt der Priester schlecht von mir, wenn ich beichte?

Der Priester freut sich über jeden, der beichtet und versucht sein Leben zu verbessern. Menschen, die beichten, reflektieren ihre Lebensführung und suchen durch das Gespräch mit dem Beichtvater nach einer erneuten christlichen Orientierung.

 

Wird mir wirklich alles vergeben?

Gott vergibt jede Schuld. Darum ist es wichtig,
- die Schuld vollständig zu bekennen,

- zu bereuen, was man getan hat und sich vornehmen, es nicht wieder zu tun,

- die Bereitschaft zeigen, etwas wieder gut zu machen, wenn das möglich ist.

Bei manchen Sünden kann es nötig sein, außerhalb der Beichte noch etwas zu beantragen. Wenn man z.B. einen Kirchenaustritt beichtet, so ist es notwendig außerhalb der Beichte und des Beichtgeheimnisses noch die Formalitäten für den Wiedereintritt zu erledigen.

 

Was muss ich zur Buße tun?

Der Sinn der Buße ist es nicht, den Beichtenden mit sinnlosen Dingen zu quälen. Die Buße soll ein Zeichen der Versöhnung und Dankbarkeit des Beichtenden mit Gott sein. Es ist oft ein einfaches Gebet oder ein gutes Werk.

 

Was habe ich denn getan?

Nicht immer hat man die großen und schweren Sünden, die einem sofort bewusst sind. Aber auch die kleinen Sünden können den Alltag belasten: z.B. genervte und patzige Worte in Familie und Beruf, Neid auf den Besitz anderer, Streit, Lügen, Egoismus, Rücksichtslosigkeit z.B. im Straßenverkehr, ... Gerade die kleinen Sünden nisten sich gern im Alltag ein. So wird z.B. die Lüge zur akzeptierten Notlüge. Im Gotteslob findet man unter der Nummer 599 eine Hilfe, die einem bei der Gewissenserforschung helfen kann.

Gerne kann man in einem Beichtgespräch auch den Priester bitten mit einem gemeinsam zu schauen, welche Sünden man beichten sollte.

 

Kann ich die Sünden nicht auch einfach Gott im Stillen erzählen? Braucht es dazu einen Priester?

Es gibt durchaus die Tradition z.B. beim Abendgebet in Gedanken noch einmal den Tag durchzugehen und Gott für die guten Erlebniss zu danken, ihm aber auch das, was schiefgelaufen ist, zu sagen und um Vergebung zu bitten.

Aber es ist gut eine Antwort zu erhalten. Im Sakrament der Versöhnung nutzt Gott die Ohren und den Mund des Priesters, um zuzuhören und Vergebung zuzusprechen. Wenn der Priester spricht:

"Deine Sünden sind Dir vergeben",

dann vergibt nicht der Priester, sondern Gott spricht durch den Priester. Vergebung muss man hören, um sie spüren zu können.

Sie werden sehen, es tut gut, dass man die Sünden ausspricht. Denn nur, was man ausspricht, kann man auch abgeben.

 

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Fotos: Pixabay, Sandra Schumann