Prävention

Was ist eigentlich eine Präventionsfachkraft, Frau Kleer?

Monika Kleer nimmt in der Pfarrei Sankt Elisabeth Kassel ehrenamtlich die Aufgabe der Präventionsfachkraft wahr. Dafür hat sie sich mehrere Tage lang schulen lassen. Wie sie dazu kam, was genau ihre Aufgaben sind und warum die Präventionsarbeit so wichtig ist, verrät sie Ihnen hier. 

Wie sind Sie Präventionsfachkraft geworden?

Die Präventionsordnung des Bistums Fulda "gegen sexualisierte Gewalt an Minderjährigen und schutz- und hilfsbedürftigen Erwachsenen" ist schon am 1. Januar 2015 in Kraft getreten. 


Im Dezember 2016 hat der Pfarrgemeinderat die Umsetzung auch in unserer Pfarrei eingefordert, sodass es Gespräche zwischen Pfarrer bzw. Pastoralteam und der Präventionsbeauftragten des Bistums Fulda, Birgit Schmidt-Hahnel, gegeben hat. Laut Präventionsordnung bedurfte es nun auch der darin geforderten Präventionsfachkraft. Ich wurde von Pfarrer Bulowski gefragt und habe ja gesagt. 

Warum haben Sie ja gesagt?

Gerade in letzter Zeit war das Thema "sexualisierte Gewalt" und das unermessliche Leid für die davon Betroffenen in den Medien präsent. Dass die Opfer von sexualisierter Gewalt ein Leben lang darunter leiden, hat mich so berührt, dass ich dazu beitragen will, schon im Vorfeld dafür zu sorgen, dass sexualisierte Gewalt verhindert wird und dass sich unsere Schutzbefohlenen in der Gemeinde sicher fühlen können. 

Hatten Sie bis dahin bereits andere Aufgaben in der Pfarrei übernommen?

Über die Sozialkirche St. Joseph kam ich in den Mitarbeiterkreis der Kirche St. Joseph. Ich bin dort Lektorin. 2015 habe ich an einer Schulung zur Leitung von Wort-Gottes-Feiern teilgenommen. Seitdem gehöre ich zum Arbeitskreis Liturgie. Ich halte Wort-Gottes-Feiern an Werktagen, wenn der Pfarrer nicht da ist oder Andachten in den geprägten Zeiten. 

Monika Kleer ist Präventionsfachkraft in Sankt Elisabeth 
Monika Kleer ist Präventionsfachkraft in Sankt Elisabeth
 

Und was machen Sie beruflich?

Bis zur Firmenaufgabe 2016 war ich im Sekretariat der Geschäftsleitung bei einem mittelständischen Busunternehmen der Deutschen Bahn beschäftigt und bin jetzt bei DB JobService. 

Was ist die Aufgabe der Präventionsfachkraft?

Ich bin Ansprechperson für Mitarbeitende und ehrenamtlich Tätige bei Fragen zur Prävention gegen sexualisierte Gewalt und Grenzverletzungen. Ich unterstütze die Umsetzung der Präventionsordnung. Dies beinhaltet: 

- Feststellung der Vorlagepflicht des erweiterten polizeilichen Führungszeugnisses,

- Überwachung der Dokumentation der erweiterten Führungszeugnisse,

- Ermittlung des Schulungsbedarfs je nach Art, Dauer und Intensität im Umgang mit Minderjährigen und hilfebedürftigen Erwachsenen, 

- Mitarbeit bei der Erstellung eines Schutzkonzeptes für die einzelnen kirchlichen Bereiche, 

- Kontaktperson vor Ort für die Präventionsbeauftragte für das Bistum Fulda, Frau Schmidt-Hahnel. 

Sie haben selbst eine umfangreiche Schulung absolviert. Was haben Sie dabei als besonders wichtig empfunden?

Ich habe gelernt, wie Täter und Täterinnen vorgehen und was Betroffene brauchen, um sich mitzuteilen. Wichtig ist auch, das Nähe-/Distanz-Verhältnis zu Schutzbefohlenen richtig einschätzen zu können. Ich habe gelernt, wie ich mich durch entsprechendes Verhalten selbst schützen kann, um mich keinem falschen Verdacht auszusetzen. 


Deshalb empfehle ich allen Ehrenamtlichen in unserer Pfarrei, die viel Kontakt zu Minderjährigen oder anderen Schutzbefohlenen haben, an den Schulungen teilzunehmen. 

Angenommen, jemandem ist etwas passiert oder ihm ist etwas aufgefallen - wie erreicht er Sie?

Sie können mir jederzeit eine E-Mail schreiben an praevention@elisabeth-kassel.de. Oder Sie rufen im Pfarrbüro an (Telefon: 0561 87 42 21) und hinterlegen Ihre Nummer mit der Bitte, dass ich Sie zurückrufe. Das Pfarrbüro wird mich dann schnellstmöglich informieren, sodass ich mich melden kann. 

Prävention von sexualisierter Gewalt - erklärt vom Bistum Hildesheim im Video

Mehr Informationen zum Thema

Weitere Informationen auf einen Blick zur Präventionsordnung, dem erweiterten polizeilichen Führungszeugnis, den Präventionsschulungen und vielem mehr finden Sie auf den verlinkten Seiten des Bistums Fulda zur Prävention von sexuellem Missbrauch.