Dekanatsversammlung diskutierte über neue Pfarreigrenzen

10. Jun 2022

Vertreterinnen und Vertreter fast aller Kirchengemeinden im Dekanat Kassel-Hofgeismar haben sich in der Elisabethkirche Kassel getroffen und über die Zukunft ihrer Pfarreien diskutiert. Generalvikar Prälat Christof Steinert erläuterte zusammen mit Gabriele Beck (Leiterin Stabsstelle „Strategische Entwicklung“) und Marcus Henning (Fachgruppe „Geographische Neuumschreibung der Pfarreien“) den Stand der Überlegungen und eingereichten Voten.

Es ging um Pfarreigrenzen, die Bischof Michael Gerber noch vor den Sommerferien als Ziel der nächsten Jahre verkünden will. Es ging aber auch um die inhaltliche Arbeit in den Gemeinden, Verantwortung und Motivation von Ehrenamtlichen. Eingeladen hatten die drei regionalen Katholikenratsmitglieder Matthias Golla, Manfred Flore und Marcus Leitschuh, die in den nordhessischen Gemeinden gewählt wurden, gemeinsam mit dem Bistum Fulda. Getagt wurde „auf der grünen Wiese“ in der Elisabethkirche. Dort ist zurzeit die Installation „Poem of Pearls“ zu sehen. Der leere Kirchenraum mit Kunstrasen als Pardiesbezug ließ vielfältige Interpretationsmöglichkeiten für die Zukunft der Kirche, die Bedeutung von kreativen und neuen Wegen der Kirche zu.

Seitens des Bistums wurde erläutert, dass die bald vorgestellten neuen Pfarreigrenzen nicht direkt umgesetzt werden müssen, vielmehr sei es ein Prozess, der aber eine Zielorientierung brauche. Auch seien auf diesem Weg in den nächsten Jahren noch Veränderungen möglich. Die aus allen Teilen des Dekanats Kassel-Hofgeismar angereisten Vertreterinnen und Vertreter machten in vielen Wortmeldungen klar, wie unterschiedlich der Informationsfluss und Weg der Beteiligung im seit mehreren Jahren laufenden Prozess ist. Einige Gemeinden sind ihn ihren Voten über regionale Zuordnungen noch nicht positioniert. Besonders in den Randbereichen der Stadt Kassel sind viele Fragen vor Ort offen. So der Eindruck. Auch über die Frage, ob in der Stadt Kassel eine oder mehrere Pfarreien entstehen, gibt es unterschiedliche Ansichten. Rednerinnen und Redner zeigten auch auf, dass letztlich personelle und finanzielle Ressourcen einige Entscheidungen in Zukunft deutlich beeinflussen werden, aber auch die Zahl der überhaupt noch zur Verfügung stehenden Ehrenamtlichen. Hier wurde immer wieder der Wunsch nach neuen Leitungsmodellen für Kirchengemeinden artikuliert, damit sich die wenigen Priester auf Seelsorge konzentrieren können. Auch die Ausstattung mit Verwaltungsleitungen wurde immer wieder als wichtig dargestellt.

Katholikenratsmitglied Marcus Leitschuh sagte, dass die Rückmeldungen in der Veranstaltung auch die Notwendigkeit von konkreten Änderungen im Kirchenrecht zeige. Diese Reformen, z.B. zu Leitungsfragen, müssten gleichzeitig aktiv vorangetrieben werden, wo Strukturen angesichts sinkender Priesterzahlen so nicht mehr überlebensfähig sind. Hier seien alle Verantwortlichen aufgefordert, tatsächlich konkrete Schritte zu gehen und immer wieder mit Rom ins Gespräch zu kommen.


Fotos: Marcus Leitschuh  

Dekanatsversammlung Kassel
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Dekanatsversammlung Kassel 1
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