Sakramente

Firmung

Wenn aus Kindern Erwachsene werden, feiert die Kirche das Sakrament der Firmung. Die Entscheidung zur Taufe liegt in den meisten Fällen bei den Eltern. Im Alter von 14 Jahren wird ein Kind zum Jugendlichen und hat ab da das Recht auch seine Religion selbst zu bestimmen. Hier sind die Jugendlichen eingeladen, das "JA" ihrer Eltern zum Glauben und zur Kirche zu bestätigen.

Wie alt sollen Jugendliche bei ihrer Firmung sein?

In der Pfarrei St. Elisabeth ist es üblich, dass Jugendliche zum Zeitpunkt der Firmung 15 Jahre oder älter sind. Das heißt, dass die etwa neunmonatige Firmvorbereitung auch schon 14-Jährige beginnen können, insofern sie bis zum Filmtag 15 werden. Ausnahmen werden im Einzelfall gemacht, vor allem, wenn die Jugendlichen kirchlich engagiert sind. 

 

Kann ich auch als Erwachsener zur Firmung gehen?

Die Firmung ist für viele Jugendliche ein Schritt zu einem erwachsenen Glauben. Wer als Jugendlicher jedoch nicht gefirmt wurde, kann jederzeit die Kirche um das Sakrament bitten. Es ist nie zu spät für die Firmung. Im Gegenteil: Ältere Jugendliche oder (junge) Erwachsene, die sich auf die Firmung vorbereiten, tun dies manchmal bewusster und können ihr "Ja" zu Gott, Glaube und Kirche ganz entschieden sagen. Für die Gemeinde und auch für die jugendlichen Firmbewerber ist es deshalb ein tolles Glaubenszeugnis, wenn Erwachsene sich so zu Gott und Kirche bekennen. 

 

Wie melde ich mich zur Firmung an?

Jugendliche oder Erwachsene, die sich für die Firmung interessieren, können sich im Pfarrbüro informieren, wann die nächste Firmung stattfindet. In der Pfarrei St. Elisabeth findet in der Regel in jedem ungeraden Jahr (z.B. 2015, 2017...) eine Firmung statt. Sowohl Jugendliche als auch Erwachsene werden vorher über einen längeren Zeitraum vorbereitet. 


Damit Jugendliche aus dem Pfarreigebiet, die in das entsprechende Alter gekommen sind, die Vorbereitung nicht verpassen, laden wir die entsprechenden Jahrgänge etwa ein Jahr vor dem Firmtermin per Post zu einem persönlichen Infogespräch oder zur Anmeldung ein. Die Termine geben wir rechtzeitig über unsere Medien bekannt. 

 

Welche Dokumente benötige ich für die Anmeldung?

Da die Firmung die Taufe voraussetzt, braucht die Pfarrei einen Taufnachweis. Falls die Taufe in unserer Pfarrei, sprich in den Kasseler Kirchen St. Bonifatius, St. Elisabeth, St. Joseph, St. Laurentius oder in der Michaelskapelle auf der Hasenhecke stattgefunden hat, brauchen wir einen solchen Nachweis nicht. Dann nämlich steht er in unseren Taufbüchern. Sollte die Taufe in irgendeiner anderen Kirche auf der Welt stattgefunden haben, benötigen wir die Kopie eines Taufnachweises (z.B. Taufurkunde, Eintrag ins Familienstammbuch...). 


Angaben außer der Taufe, die wir in das Firmbuch eintragen (z.B. Namen und Konfession der Eltern), erfragen wir im Anmeldungsgespräch. 

 

Wie sieht die Firmvorbereitung für Jugendliche aus?

Die Firmungen in unserer Pfarrei fanden in den letzten Jahren Anfang November statt, sodass die die Vorbereitung meistens am Jahresanfang beginnt. 


Zu den Inhalten der Firmvorbereitung gehören die Beschäftigung mit der eigenen Person, der Lebenssituation im Jugendalter, Themen des christlichen Glaubens, Erfahrungen und Treffen in Gruppen, Erleben von Gemeinde und Gottesdienst, Kennenlernen von engagierten Christen, Ausflüge oder Fahrten, eventuell Mitarbeit in der Pfarrei und natürlich Vorbereitung auf die Feier der Firmung. 


Da sich die Lebenswelt von Jugendlichen ständig verändert, aktualisieren wir das Firmkonzept vor jeder Firmvorbereitung. Begleitet werden die Jugendlichen aber immer von Haupt- und Ehrenamtlichen aus der Pfarrei. 

 

Wie sieht die Firmvorbereitung für Erwachsene aus?

Manchmal werden Erwachsene in Einzelgesprächen vom Pfarrer oder einem Mitarbeiter auf die Firmung vorbereitet. Erwachsene Christen, die sich schon viel mit dem Glauben beschäftigt haben und/oder aktiv in Kirche oder Gesellschaft ihren Glauben leben, brauchen häufig nur noch wenige Erklärungen vor der Firmung. Sie sind durch ihr Leben schon vorbereitet. 


Manchmal melden sich mehrere Erwachsene, sodass die Vorbereitung in einer Gruppe stattfinden kann. Art und Umfang dieser Firmvorbereitung bestimmt die Gruppe in Absprache mit ihren Begleitern selbst. 

 

Ist die Firmvorbereitung wie ein Unterricht?

Früher sprach man häufig von Firmunterricht. Vorbereitung auf Sakramente ist jedoch etwas ganz anderes als Religionsunterricht in der Schule. Es geht bei der Vorbereitung auf die Firmung weniger darum, Glaubenswissen zu erwerben, als Erfahrungen mit Gebet, Gottesdienst, Glaube und Gemeinde zu machen, um eine persönliche Beziehung dazu zu entwickeln und eine eigene Entscheidung zu einem christlichen Leben zu treffen. Darum stehen in der Firmvorbereitung Erfahrungen und Beziehungen im Mittelpunkt. 


Es gibt auch noch einen Unterschied zur Schule: Schule ist Pflicht, Firmung ist freiwillig. Wer sich freiwillig auf die Firmung vorbereitet, von dem erwarten wir, dass er gern dabei ist und die Vorbereitung ernst nimmt. 

 

Was ist, wenn ich nicht immer kann?

Es wurde noch keine Firmung aufgeschoben, weil jemand ein- oder zweimal nicht an Terminen in der Vorbereitung teilnehmen konnte. Wer jedoch bei der Anmeldung feststellt, dass er grundsätzliche Terminschwierigkeiten hat (z.B. wegen Leistungssport oder Nebenjob), sollte frühzeitig mit den Verantwortlichen darüber sprechen. Dann können Lösungen gefunden werden. Eine könnte im Zweifelsfall sein, sich mit einer anderen Pfarrei auf die Firmung vorzubereiten, deren Konzept mit dem eigenen Terminkalender besser kompatibel ist. 


Wer die Firmung wirklich will, mit dem finden wir immer Lösungen. Wer aber häufig wichtige Inhalte verpasst, weil er Treffen vergisst oder nicht absagt, der sollte selbst einsehen, dass er vielleicht noch nicht bereit ist für die Firmung.

 

Kostet die Firmung Geld?

Die Firmung an sich kostet kein Geld. Je nachdem, wie die Firmvorbereitung gestaltet wird, erbitten wir entweder zu Beginn eine pauschale Kostenbeteiligung oder sammeln zwischendurch mal Geld ein. Wofür? Z.B. für die Reisekosten für eine Firmfahrt oder für die Verpflegung während der Treffen. 

 

Was ist, wenn ich mich vorbereite und am Firmtag nicht kann?

Es ist schon mal vorgekommen, dass jemand am Tag seiner eigenen geplanten Firmung nicht da sein konnte (z.B. aufgrund eines Auslandsjahres mit der Schule). Wem eine solche Kollision frühzeitig auffällt, für den können wir gegebenenfalls eine Alternative finden. Z.B. könnte der Firmtermin in einer anderen Kirche wahrgenommen werden. Wer vorbereitet ist, soll auch gefirmt werden. Das gilt natürlich erst recht für Firmbewerber, die aus Krankheitsgründen nicht vor den Firmender treten können. 

 

Welche Rolle spielen Eltern und Firmpaten?

Die Eltern spielen in der Firmvorbereitung so gut wie keine Rolle, und zwar bewusst. Das ist manchmal für die Eltern ein größeres Problem als für die Jugendlichen. Da es bei der Firmung um religiöse Mündigkeit und das Erwachsenwerden allgemein geht, beziehen wir die Eltern nicht ein und teilen die Informationen den Jugendlichen direkt mit. 


Firmpaten haben eine ähnliche Funktion wie die Paten bei der Taufe: Sie sollen für die Jugendlichen ein guter Ansprechpartner in Fragen des Lebens und des Glaubens sein, der nicht Vater oder Mutter ist. Jeglicher anderer Verwandter oder Freund kann diese Aufgabe übernehmen. Kirchenrechtliche Voraussetzungen: Er muss katholisch, gefirmt und Mitglied der Kirche, also nicht ausgetreten sein. 


Der Firmpate kann, muss aber nicht der Taufpate sein. Insofern die Beziehung zum Taufpaten gut ist, ist es natürlich ein schönes und stimmiges Zeichen, wenn der Taufpate seinem Patenkind auch in der Firmung den Rücken stärkt. 


Dies ist nämlich die Aufgabe des Paten im Firmgottesdienst: Er steht während der Firmspendung hinter dem Firmling und legt ihm die Hand auf die Schulter. Das Zeichen spricht für sich: "Ich stärke dich, ich stehe hinter dir". 

 

Firmname? Firmkerze? Firmkleidung?

Manche katholische Länder kennen den Brauch, den Namen eines Heiligen bei der Firmung als zusätzlichen Namen anzunehmen. Wer den Brauch kennt und pflegen möchte, kann dies tun. Es ist jedoch nicht erforderlich und deshalb kein obligatorischer Bestandteil der Vorbereitung. 


Mancherorts gibt es den Brauch einer Firmkerze, vergleichbar mit der Tauf-, Erstkommunion-, oder Traukerze. In unserer Pfarrei St. Elisabeth taucht allerdings keine Kerze im Firmgottesdienst auf. Deshalb basteln oder besorgen wir auch keine solche Kerze für die Firmbewerber. 


Was bei der Firmung angezogen werden soll ist übrigens jedem selbst überlassen. Es darf gern schick sein. Es muss aber auch nicht zu schick sein. Und: Die Kirche ist kein Ballsaal und keine Disco. Das sollte bei der Wahl der Kleidung auch beachtet werden. Wichtiger als die Frage danach, was die anderen anziehen, ist sicherlich: Worin fühle ich mich an einem solchen wichtigen Tag wohl und was entspricht mir? 

 

Mehr zur Firmung

Fotos: Silvia Siemietkowski, Sandra Schumann, Pixabay