Sakramente

Ehe

Der Tag der eigenen Hochzeit ist für viele einer der Höhepunkte des eigenen Lebens. Bei der Hochzeit geht es jedoch nicht nur um den einen großen Tag, sondern es beginnt ein gemeinsamer Weg. Der Tag des großen Ereignisses, aber auch der neue Lebensabschnitt wollen gut vorbereitet werden. Wir möchten Ihnen hier einige Antworten dazu geben.

Warum soll man heute noch kirchlich heiraten?

Für jede Beziehung gibt es einen Vertrag: Für das Handy, die Finanzierung, die Arbeitsstelle, ... Für die wichtigste Beziehung, die das ganze Leben umfassen soll, braucht es da noch ein wenig mehr. Es geht eben nicht um einnen Vertrag mit Kündigungsfrist, sondern um ein Sakrament - eine von Gott gestiftete Verbindung, die gute und böse Zeiten, Gesundheit und Krankheit überdauern soll. Und weil Gott mit im Spiel ist, verspricht er der neuen Beziehung auch seinen Segen und Beistand. Das Brautpaar lässt sich also mit Gottes Segen für den Weg ausstatten, nimmt ihn aber auch als Beistand, Begleiter und Ratgeber für die Zeit der Ehe. Eine Eheschließung in der Kirche ist ein Bund gegen die Beliebigkeit sondern vielmehr ein Bund für die Ewigkeit. Die Ehe soll ein Ort sein, an dem sich beide Partner geborgen fühlen und auch Kinder gut aufgehoben sind.

 

Wann melde ich mich zur Hochzeit an?

Eine Hochzeit benötigt eine gute Vorbereitung. Deshalb ist es sinnvoll, sich in der Regel im Herbst des Jahres vor der Hochzeit schon einmal im Pfarrbüro zu melden, um einen Termin für die Hochzeit zu fixieren. Mit dem trauenden Priester oder Diakon findet ca. 6 Wochen vor der Trauung mindestens ein Gespräch statt, wo das Ehevorbereitungsprotokoll ausgefüllt und der Gottesdienst besprochen wird.

 

Muss ich vor der kirchlichen Hochzeit standesamtlich heiraten?

Seit einigen Jahren erlaubt der Staat auch rein kirchliche Hochzeiten ohne vorhergehende standesamtliche Trauung. Da diese Hochzeit jedoch vom Staat nicht anerkannt wird, ergeben sich aus einer rein kirchlichen Hochzeit eben auch Nachteile: Kein Erbrecht für die Ehepartner, keine Auskunft bei schwerer Krankheit des Ehepartner durch Ärzte und Krankenhäuser, keine steuerlichen Vorteile, ... Die Kirche empfiehlt deshalb weiterhin die standesamtliche Hochzeit vor der kirchlichen Trauung. Es kann jedoch z.B. im Rentenalter Gründe geben, die eine Ausnahmegenehmigung sinnvoll machen. Mit dieser Ausnahmegenehmigung kann man dann auch ohne standesamtliche Hochzeit kirchlich heiraten.

 

Welche Dokumente benötige ich?

Sie müssen nachweisen, dass Sie noch nicht verheiratet sind. Wenn Sie in einer unserer Kirchen (St. Bonifatius, St. Elisabeth, St. Joseph und St. Laurentius) getauft wurden, können wir dies über das Taufbuch selbst nachprüfen. Sind Sie nicht in einer der o.g. Kirchen getauft, benötigen Sie einen "Auszug aus dem Taufbuch", den Sie in Ihrer Taufpfarrei in der Regel kostenlos erhalten. Dieser Auszug sollte nicht älter als drei Monate sein, es geht also NICHT eine Kopie von der Taufurkunde aus dem Familienstammbuch der Eltern. Diesen Auszug brauchen Sie bei ihrem Traugespräch - er enthält ggfs. einen Vermerk, ob sie kirchlich verheiratet sind oder nicht. Außerdem ist es sinnvoll das Datum der Firmung zu kennen, da dies auch in die Formulare eingetragen wird. Evangelische Ehepartner müssen statt des "Auszugs aus dem Taufbuch" einen feierlichen Eid leisten, dass sie unverheiratet sind.

Wenn ihre Standesamtliche Trauung stattgefunden hat, geben Sie bitte auch einen Nachweis darüber beim Traugespräch ab. Dieser muss, sofern keine Ausnahmegenehmigung für eine Trauung ohne standesamtliche Hochzeit erteilt wurde, spätestens kurz vor Beginn der kirchnlichen Trauung vorgelegt werden.

 

Kann ich einen Partner heiraten, der nicht katholisch ist?

Eine Trauung mit einem christlichen Partner einer anderen anerkannten Konfession ist in der Regel kein Problem mehr. Ist der Partner kein Christ oder aus der Kirche ausgetreten, benötigt man eine Ausnahmegenehmigung. Der ungetaufte Partner müss bereit sein, den christlichen Glauben des Ehepartners zu respektieren und anzuerkennen. In der Regel ist auch diese Ausnahmegenehmigung kein Problem.

 

Kann man die Ehe wieder trennen?

Für die Kirche ist die Ehe ein unauflösliches Band. Deshalb ist eine Ehescheidung nach katholischem Verständnis nicht möglich. Wenn Sie sich nicht mehr verstehen, empfehlen wir Ihnen eine Eheberatung. Es gbit in Ausnahmefällen die Möglichkeit zu Überprüfen, ob die Ehe überhaupt gültig geschlossen wurde. Hier kann Sie das Bischöfliche Offizialat beraten.

 

Kann man heiraten, wenn ein Partner schon einmal verheiratet war?

Wenn ein Partner schon einmal kirchlich gültig verheiratet war, kann man nicht erneut heiraten. Dies kann auch gelten, wenn nur eine standesamtliche oder z.B. evangelische Hochzeit stattgefunden hat. Sollte einer der Partner also schon in irgendeiner Form verheiratet gewesen sein, nehmen Sie bitte noch vor der Planung der Hochzeitsfeierlichkeiten Kontakt zu einem Priester oder Diakon auf, um sich beraten zu lassen. Eventuell ist ein Ehenichtigkeitsverfahren am Bischöflichen Offzizalat möglich.

 

Kann ich in einer der Kirchen der Pfarrei St. Elisabeth heiraten, obwohl ich dort nicht wohne?

Gerne können Sie auch in unserer Pfarrei heiraten, auch wenn Sie hier nicht wohnen. Bitte nehmen Sie zuvor jedoch mit Ihrem Heimatpfarrer Kontakt auf. Dieser ist zuständig für die Formalitäten und muss dann die Erlaubnis zur Trauung in unserer Kirche geben. Wenn Sie nicht in unserer Pfarrei wohnen oder hier aufgewachsen sind, möchten wir Sie bitten, Ihren Priester oder Diakon anzusprechen, ob er bereit ist, der Trauung zu assistieren. Paare, die in unserer Pfarrei wohnen oder aufgewachsen sind, werden selbstverständlich von unseren Seelsorgern getraut.

 

Kann ich auch außerhalb der Pfarrei St. Elisabeht heiraten, obwohl ich hier wohne?

Ja, selbstverständlich können Sie auch außerhalb unserer Pfarrei heiraten. Allerdings sollten Sie in einer katholischen Kirche heiraten oder, wenn es sich um eine Trauung mit einem evangelischen Partner handelt, auch in einer evangelischen Kirche. Eine Trauung an anderen außergewöhnlichen Orten (im Schwimmbad, im Garten, im Heißluftballon, etc.) ist nach katholischem Kirchenrecht nicht möglich. Wenn Sie außerhalb unserer Kirchen heiraten möchten, ist es zwingend notwendig, rechtzeitig mit einem Priester oder Diakon unserer Pfarrei zu sprechen, um die nötige Ausnahmegenehmigung zu erhalten. In manchen Fällen muss diese Genehmigung durch unsere Pfarrei beim Bischof in Fulda beantragt werden. Bitte kommen Sie deshalb frühzeitig vorbei.

 

Muss ich vor der Hochzeit gefirmt sein?

Die Firmung vollendet die Sakramente des Christwerdens. Durch die Firmung ist man ein "erwachsener" Christ. Vor einem so wichtigen Akt, wie einer Eheschließung, sollte man das Sakrament der Firmung empfangen haben. Es gibt auch in unserer Pfarrei die Möglichkeit, als Erwachsener noch die Firmung nachzuholen. Jedoch ist es auch möglich zu heiraten, ohne das Sakrament der Fimung empfangen zu haben.

 

Wen können wir als Trauzeugen auswählen?

Die zwei Trauzeugen sollten mindestens 14 Jahre alt sein. Sie müssen bei der Trauung anwesend sein und nach der Feier mit ihrer Unterschrift bestätigen, dass die Trauung stattgefunden hat. Sie müssen nicht unbedingt getauft sein.

 

Kann man den Trauungsgottesdienst mitgestalten?

Den genauen Ablauf der Trauung besprechen Sie mit dem Priester oder Diakon, der ihre Trauung hält. Es gibt vielfältige Möglichkeiten Ihre Trauung zu gestalten:
Für Ihre Trauung können Sie gern Musik aussuchen und Musiker engangieren. Bitte beachten Sie, dass Sie die Kosten für diese Musiker selbst tragen müssen. Bitte nutzen Sie für Ihre Trauung möglichst Live-Muik und spielen Sie keine Lieder von CD oder MP3-Playern ein. Bitte achten Sie bei der Liedauswahl darauf, dass es sich um geistliche Lieder handelt. Insbesondere bei fremdsprachigen Liedern sollten Sie sich vorher auch den Text der Lieder in der deutschen Übersetzung anschauen. Bitte beachten Sie, dass nicht jeder Organist jedes Lied spielen kann. Die endgültige Entscheidung zum Liedprogramm liegt beim Priester bzw. beim Diakon. Sollten Sie ein eigenes Liedblatt wünschen, so müssen sie dies selbst erstellen und vervielfältigen.

Auch bei den Texten können Sie auswählen. Es wird in der Regel ein Text aus dem Alten Testament oder den Briefen aus dem neuen Testament gelesen. Dieser kann gern von einem Ihrer Freunde oder Verwandten gelesen werden. Ein weiterer Text, der vom Zelebranten gelesen wird, ist das Evangelium. Nach der Trauung werden Fürbitten gelesen. Es wäre schön, wenn auch da Ihre Freunde und Verwandten das Vorlesen übernehmen.

Überfrachten Sie Ihre Trauung nicht. Manchmal möchten Brautleute oder Freunde weitere Texte in den Traugottesdienst einbauen. Dies ist generell in Absprache mit dem Zelebranten möglich, aber es verlängert oft unnötig den Gottesdienst. Vielleicht ist bei der späteren Feier z.B. zwischen den Mahlzeiten noch die Möglichkeit, weitere Texte vorzutragen.

 

Darf ich die Kirche schmücken?

Unsere Kirchen sind immer grundsätzlich mit einem einfachen und schönen Blumenschmuck versehen. Sollten Sie zu Ihrem Festtag einen besonderen Blumenschmuck wünschen, müssen sie diesen selbst bei einem Floristen bestellen und auch selbst bezahlen. Bitte beachten Sie, dass auf den Altar keine Blumen gestellt werden sollen, sondern nur neben den Altar. Wir bitten sie nichts auf die Holzbänke zu kleben, sondern nur zu hängen, damit der Lack nicht beschädigt wird. Bitte nutzen Sie echte Blumen und keine Plastikblumen. Da das Streuen von Blütenblättern oft nicht mehr zu reinigende Flecken hinterlässt, bitten wir Sie nur ausserhalb der Kirche Blumen zu streuen.

 

Darf man in der Kirche fotografieren?

Bein Einzug und Auszug des Brautpaares ist das Fotografieren erlaubt. Während der Trauung stört es einen würdevollen Verlauf der Trauung immens, wenn alle Ihre Gäste fotografieren. Wir bitten Sie deshalb vor der Trauung einen Fotografen zu bestellen. Dies muss kein Profi sein, es kann auch ein guter Hobby-Fotograf aus dem Freundeskreis sein. Außer dem von Ihnen beauftragten Fotografen darf während des Gottesdienstes niemand Fotografieren oder Filmen. Bitte teilen Sie dies ihren Gästen auch mit.

 

Sind vor der Kirche "Hochzeitsspielchen" erlaubt?

In vielen Freundeskreisen und Vereinen ist es üblich, dem Brautpaar in besonderer Weise zu gratulieren. Dies kann durch ein Spalier oder durch einige Spielchen erfolgen. Wir bitten Sie auf ein paar Dinge zu achten:
Wir möchten Sie bitten, keinen Reis zu werfen. Reis ist ein Lebensmittel, das vielen Menschen zum Essen fehlt. Zudem ist das Reiswerfen ein heidnisches Fruchtbarkeitssymbol und hat mit einer christlichen Hochzeit nichts zu tun. Außerdem hinterlässt der Reis in den Ritzen zwischen den Pflastersteinen beim nächsten Regen eine glitschige Fläche, auf der Fußgänger ausrutschen können.

Es wäre schön, wenn Sie einen entfernten Verwandten oder Freund damit beauftragen könnten, dafür zu sorgen, dass der Platz vor der Kirche wieder einigermaßen ordentlich aussieht, wenn Ihre Gäste gegangen sind. Es wäre schön, wenn Sägeböcke, Glassplitter und andere grobe Verschmutzung entfernt werden.

 

Was kostet die kirchliche Trauung?

Wir nehmen keine Gebühr für die Hochzeit, wir bitten Sie jedoch um eine Spende.

 

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Fotos: Pixabay