Patrone

Der Heilige Bonifatius (672-754)

Winfried, wie Bonifatius eigentlich heißt, wird um das Jahr 672 in Südengland geboren. Früh wird er in den Benediktinerklöstern Exeter und Nursling erzogen. Dort wurde er zum Priester geweiht. Er war für seine besondere Gelehrsamkeit bekannt und unterrichtete Grammatik und Dichtung.

716 unternahm er einen ersten Missionsversuch im Gebiet der Franken, der jedoch scheiterte. So wurde er Abt im Kloster Nursling. Schon wenige Jahre später gab Winfried seine Aufgabe als Abt auf und pilgerte nach Rom, um von Papst Gregor II. den Auftrag zur Germanenmission zu erhalten. Dort erhielt er auch seinen neuen Namen "Bonifatius". Er zog nach Germanien und traf dort Wilibrord, der ebenfalls als Missionar durch Friesland und Germanien zog.

Im Gegensatz zu den iroschottischen Mönchen, die bereits zuvor Missionsreisen nach Germanien u.a. ins Frankenland unternommen hatten, gründete Bonifatius immer wieder Klöster, die er mit ihm vertrauten Menschen besetzte. Dies waren z.B. Willibald und Wunibald, Walburga, Lioba, Sturmius und andere. So wollte er verhindern, dass die Menschen wieder zu ihrem alten Glauben zurückkehrten, wenn er weiter gezogen war. So gründete er Amöneburg bei Marburg, Ohrdruff in Thüringen und andere Klöster.

Gleichzeitig reformierte er im Süden die bereits bestehenden kirchlichen Strukturen und achtete auf die strenge Einhaltung des christlichen Lebens. So ordnete er die Verhältnisse in Regensburg, Passau, Salzburg und Freising. Er gründete die Bistümer Würzburg, Eichstätt und Erfurt. In der Nähe von Fritzlar ließ er als Beweis für die Nicht-Existenz des germanischen Gottes Donar die nach ihm benannte Donar-Eiche, sein besonderes Heiligtum, fällen. Die Bestrafung des Gottes des Donners erfolge nicht und so bekehrten sich die Germanen zum christlichen Gott. In der Nähe von Fritzlar errichtete Bonifatius daraufhin das Bistum Büraburg.

Leider kam es immer wieder zu Überfällen der Sachsen, die im heutigen Süd-Niedersachsen lebten. So dass er sein Missionszentrum immer weiter nach Süden verlegte. So gründete er mit dem Heiligen Lullus das Kloster Hersfeld und schließlich mit dem Heiligen Sturmius das Kloster Fulda.

Während Bonifatius zunächst vom Papst als Missionsbischof ohne eigenes Bistums entsandt war, wurde er schließlich Bischof von Mainz.

Sein ursprüngliches Ziel, die Friesen zu missionieren, wollte er nicht aus den Augen lassen. So zog er im Alter von über 80 Jahren noch einmal nach Friesland. In der Nähe des heutigen Dokkum (Niederlande) wurde er erschlagen. Seine Gebeine wurden dann mit dem Schiff nach Mainz gebracht. Von dort wurden seine Gebeine auf dem Landweg nach Fulda überführt und er wurde im Dom zu Fulda beigesetzt.


Er ist der Patron des Bistums Fulda und wird als Apostel der Deutschen verehrt.


Bonifatiusstatue vor der Bonifatiuskirche in Kassel 
Bonifatiusstatue vor der Bonifatiuskirche in Kassel